Augsburg/München - Eine wissenschaftliche Untersuchung der Augsburger Medienpädagogin Gabi Reinmann http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/modules/content/index.php hat ergeben, dass Schüler deren Klassen mit Notebooks ausgestattet sind, selbstständiger lernen. Im Rahmen der Studie wurden drei Klassen der mittleren Reife der Hauptschule Geretsried über ein Jahr unter die Lupe genommen.
Der Studie zufolge schlüpfen Lehrer in Notebook-Klassen häufiger in die Rolle des Beraters, währenddessen Schüler sich in ihrer Problemlösefähigkeit üben und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Medienkompetenz ausbauen. "Hauptsächlich jüngeren Schülern macht der Unterricht mehr Spaß und motiviert sie zu lernen. Ist der Unterricht gut vorbereitet und abwechslungsreich, zeigen sich die Schüler zufriedener", so Reimann.
Stephanie Müller, Medienpädagogin und Leiterin des Instituts Mediastep http://www.mediastep-institut.de/ , betont die Relevanz der Flexibilität des Schulsystems. "Das Schulsystem muss flexibler werden. Es muss sich den Interessen der Schüler und der realen Welt verstärkt anpassen. Jeder lernt unabhängig von seinen Interessen denselben Lernstoff. In Notebook-Klassen würden die Schüler selbstständiges Arbeiten lernen. Die Unterrichtsfächer wären übergreifender, und das Interessengebiet vielfältiger", so Müller im pressetext-Gespräch. Laut ihren Angaben wäre diese Form von Schulsystem zwar sehr nützlich, aber aufgrund der hohen Kosten in den nächsten Jahren kaum realisierbar. Auch für die Lehrer gäbe es durch dieses Schulsystem eine Rollenveränderung in Richtung Schulberater.
Susanne Fiedler, Klassenleiterin einer Notebook-Klasse, bekräftigt die Vorteile von Klassen, die mit Notebooks ausgestattet sind. "Der Unterricht wird fächerübergreifender und projektorientierter. Es gibt keinen strikten 45-Minuten-Takt und der Lehrer kann seine Schüler in mehreren Fächern unterrichten", so Fiedler.