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Umwelt/Gesundheit/Bildung/Forschung
Über elf Mio. Tiere verenden europaweit in Labors

Alternativmethoden werden gefördert


Jährlich verenden über elf Mio. Tiere in europäischen Labors (foto: nocomprise.org)
Manchester/Wien - In den europäischen Forschungslabors sterben jährlich etwa elf Mio. Wirbeltiere aufgrund von Experimenten und Tests. Frankreich verzeichnet mit knapp 2,2 Mio. toten Versuchstieren die höchste Anzahl, gefolgt von Deutschland mit etwa zwei Mio. und England mit über 1,8 Mio. toten Versuchstieren. Österreich liegt mit rund 200.000 getöteten Tieren auf Platz zwölf. Dies ging aus dem vor kurzem veröffentlichten Ranking des Internationalen Bund der Tierversuchsgegner (IBT) http://www.tierversuchsgegner.at hervor. Die Forderung von Tierschützern, Forschung ohne Tierversuche zu betreiben, wird daher immer lauter. Der University of Manchester wurde nun ein Forschungsetat von 130.000 Pfund zugesprochen, um neue Alternativmethoden wissenschaftlich zu entwickeln und so die Notwendigkeit von Tierversuchen zu reduzieren.

"Ich glaube nicht, dass Tierversuche aus der Arzneimittelforschung verschwinden werden, auch wenn wir neue Techniken erproben", erläuterte Richard Walmsley von der University of Manchester. Gemeint ist damit die Schwierigkeit freiwillige Menschen zu finden, welche die Medikamente direkt vom Reagenzglas weg testen. Weiters werden Tierversuche oftmals damit begründet, dass viele neue Medikamente krebserregend sind und diese somit vorher von den Tieren auf ihre Gefährlichkeit und Nebenwirkung hin getestet werden sollten. "Wenn wir aber durch diese Forschung erreichen, andere Methoden zu entwickeln und gleichzeitig das Vertrauen in diese zu stärken, wird eine enorme Reduktion von chemischen Tierversuchen möglich sein", so Walmsley.

"Wenn es sich um amtliche Tierversuche handelt, bei denen es keine Alternativmethoden gibt, können auch wir nicht viel dagegen ausrichten. Die Problematik liegt darin, dass es schon zahlreiche Ersatzmethoden für Tierversuche gibt, diese aber einfach nicht angewendet werden. In Deutschland beispielsweise nimmt man bei Fischversuchen keine lebenden Fische mehr, sondern deren Eier. Damit werden die gleichen Ergebnisse erzielt. In Österreich jedoch werden derartige Methoden beispielsweise überhaupt nicht angenommen", erklärt Romana Rathmanner, Tierversuchsreferentin bei IBT, gegenüber pressetext. Durch die Genforschung würden Tierversuche momentan gerade boomen, erklärt Rathmanner. "Dabei geht aus dem Gesetz hervor, dass sobald eine Ersatzmethode zu Tierversuchen wissenschaftlich anerkannt ist, diese als Alternative auch praktisch eingesetzt werden müsste. Die Bürokratie und die Behörden erweisen sich hier jedoch oft als Problemfelder", erläutert Rathmanner gegenüber pressetext.

Insgesamt wird die Zahl der toten Versuchstiere EU-weit (EU-15) auf etwa elf Mio. geschätzt. Hierbei handelt es sich um eine offizielle Angabe, die alle drei Jahre statistisch erhoben wird. "Mittlerweile kann man die Zahl wahrscheinlich verdoppeln, wenn nicht verdreifachen", so Rathmanner. Die Dunkelziffer wird aber nicht nur aufgrund der langen Erhebungswellen viel höher geschätzt: Viele Tiere werden in der Statistik nicht erfasst. Beispielsweise Tiere, die bei den Transporten zu den Labors umkommen oder Tiere, die für universitäre Übungen verwendet werden.

"Anfang des nächsten Jahres will die EU-Kommission neue Richtlinien in Bezug auf Tierversuche ausarbeiten. Wir werden versuchen, hier aktiv in den Gesetzgebungsprozess einzugreifen und unsere Sicht der Dinge darzustellen. Aber wie gesagt, die Einsetzung von Alternativmethoden scheitert oftmals an der Bürokratie", erklärt Rathmanner im pressetext-Interview.

 

Quelle: Pressetext Austria, erschienen am 18.12.2006
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