Seattle - Bei autistischen Menschen dürften Regionen des Gehirns nicht so effektiv miteinander kommunizieren wie sie sollten. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Washington http://www.washington.edu gekommen. Das Team um Michael Murias setzte hoch entwickelte Scans ein, um die Verbindungen in der Großhirnrinde zu untersuchen. Die Großhirnrinde gilt als jene Gehirnregion, die für komplexe Denkvorgänge zuständig ist. Bei Autisten konnten Beweise für abnormale Muster bei der Verbindung von Gehirnzellen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der Studie wurden auf einer Tagung der Society for Neuroscience http://www.sfn.org der Öffentlichkeit präsentiert.
In manchen Breichen wiesen die Gehirnzellen der Großhirnrinde zu viele Verbindungen auf, in anderen zu wenige. Laut Murias weist das darauf hin, dass autistische Erwachsene Unterschiede in der koordinierten neuralen Aktivität zeigen, die auf eine schlechte interne Kommunikation zwischen Teilen des Gehirns zurückzuführen sei. Die Wissenschaftler analysierten die EEG-Scans von 36 Erwachsenen. Die Hälfte der Teilnehmer war an Autismus erkrankt. Die Messungen der Hirnströme wurden vorgenommen während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entspannt dasaßen und ihre Augen zwei Minuten lang geschlossen hielten.
Es zeigte sich, dass autistische Menschen vor allem bei der Verbindung der Zellen im Schläfenlappen abnormale Muster aufwiesen. Dieser Bereich des Gehirns ist für die Sprache von entscheidender Bedeutung. Die Forscher argumentieren laut BBC, dass diese abnormalen Muster auf eine uneffektive und inkonsistente Kommunikation in den Gehirnen der Betroffenen hindeuten. Murias erklärte, man hoffe, dass diese Forschungsergebnisse eine frühre Erkennung von Autismus ermöglichen werde.