Ein Novum an Österreichs Schulen für Textiltechnik stellt der Jacquard-Workshop dar, der in den letzten Tagen in
der Textilschule Haslach stattfand. Ziel dabei war es, künstlerische Gestaltung und computerisierte Webtechnik
zusammen-zuführen.
HASLACH. Designerinnen aus den USA und Deutschland, Computertechniker, Lehrer und SchülerInnen der Textilschule
Haslach versuchten gemeinsam auf computergesteuerten Design- und Webanlagen die Möglichkeiten moderner
Textilgestaltung und deren Umsetzung auszuloten. Da Jacquardgewebe oder Bildgewebe nur mit einem hohen Aufwand an
gestalterischem Geschick, umfassendem Wissen in Textiltechnik und aufwendigen Webanlagen realisierbar sind, ging der
Trend lange Zeit zu bedruckten Textilien, die kostengünstiger und vor allem schneller realisierbar sind. Erst durch
computergestütztes Entwerfen und Weben ist man heute wieder in der Lage, die klassische Jacquardwebtechnik
konkurrenzfähig einzusetzen. Die Textilschule Haslach - eine Privatschule des Landes Oberösterreich - ist weltweit eine der
wenigen Schulen, die eine derartige Webmaschine mit angeschlossener CAD-Anlage (Kostenpunkt etwa 3 Millionen S)
besitzt und diese im Unterricht und für Produktentwicklung einsetzt. Deshalb wurde dort ein Workshop organisiert, in dem
trainiert und experimentiert werden konnte. Im Rahmen einer Ausstellung wurden vergangenen Freitag die Ergebnisse
präsentiert.