Zufrieden ist Wirtschafts-Landesrat Dr. Christoph Leitl mit der wirtschaftlichen Situation unserer Region: Dank der guten Entwicklung in den letzten Jahren ist das Mühlviertel nicht nur oberösterreichweit eine Musterregion, sondern hat auch im Hinblick auf die kommende EU-Osterweiterung alle Trümpfe in der Hand.
Von Bernhard Haudum
ROHRBACH/URFAHR. "Das Mühlviertel hat im letzten Jahrzehnt ein kleines Wirtschaftswunder geschafft, das sehr, sehr erfreulich ist" erklärte Dr. Christoph Leitl vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit dem BEZIRKSMAGAZIN - und untermauerte dieses Lob mit harten Fakten: "30 Prozent mehr Betriebe, 20 Prozent mehr Beschäftigte, ein Bevölkerungsplus von drei Prozent - diese Zahlen sprechen für sich" - so der Landeshauptmann-Stellvertreter.
Keine Angst vor der EU-Osterweiterung
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im Rücken sieht Leitl auch keinen Grund, vor der kommenden EU-Osterweiterung Angst zu haben: "Mit den entsprechenden Übergangsfristen hat das Mühlviertel alle Chancen, die totale Öffnung der Grenze in Richtung Tschechien zu verkraften. Die Region ist so stark, dass sie keine Konkurrenz aus dem Osten zu fürchten
braucht." Für den Puchenauer Politiker ist ein Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union "in fünf Jahren" realistisch, nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren sollte dieser dann frühestens 2015 wirtschaftlich voll zum Tragen kommen.
Hartes Ringen um ausgeglichenes Budget
Stichwort wirtschaftlich: Als Finanzreferent des Landes Oberösterreich ringt Leitl gerade um ein ausgeglichenes Budget für das kommende Jahr: "Durch die Steuerreform ist es extrem schwierig, zum fünften Mal hintereinander keine Schulden zu machen, die Verhandlungen sind äußerst hart" erklärt der Wirtschafts-Landesrat. Konkret fehlen Leitl auf der Einnahmenseite 1.050 Millionen Schilling, die durch Einsparungen auf der Ausgabenseite wett gemacht werden müssen.
"Ohne Einschnitte wird es nicht gehen. Wir werden Prioritäten neu setzen müssen und manche Wünsche nicht mehr erfüllen können" betont der Landes-Finanzchef. Nichts desto trotz ist er zuversichtlich, die angepeilte "schwarze Null" schaffen zu können: "Schulden sind für mich kein Thema, wir wollen die Tugend im finanziellen Bereich auf keinen Fall verlieren!"
Lösung für den Hochficht wird konkret
Erfreulicher als die Budgetverhandlungen sind für Dr. Christoph Leitl die Gespräche rund um die geplante Privatisierung des Hochfichts. "Wir stehen kurz vor einem Durchbruch, die Verhandlungen mit potentiellen Partnern sind schon sehr weit gediehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden werden, die den Absichten des Landes ebenso entspricht
wie den Interessen der Böhmerwald-Region" erklärt der Wirtschafts-Landesrat. Gerüchte, wonach die Privatisierungserlöse der Skilift-GMBH mithelfen sollen, die angespannte Lage im Landesbudget etwas zu mildern, dementiert Leitl entschieden:
"Das ist kein Thema. Die Einnahmen aus dem teilweisen Verkauf der Landesanteile bleiben in der Region bzw. im Unternehmen, dort sind sie am besten angelegt!"