Am 1. August konnte der Bürgermeister von Hofkirchen i.M. die "Gesellschaft der Donaufreunde Ulm" im schönen Niederranna empfangen und begrüßen. Die bayrisch-württembergischen Donauschwaben sind in Niederranna schon bekannte Gäste. Mit der sogenannten "Ulmer Schachtel" (Dieser Begriff leitet sich von der Bauweise des Bootes ab und galt noch vor wenigen Jahren als sehr abwertende Bezeichnung) fahren die Männer aus Ulm regelmäßig donauabwärts um neue Freundschaften zu knüpfen. Empfangen wurden die 30 "Seebären" mit österreichischen Marschperlen, gespielt von der Musikkapelle aus Hofkirchen i.M. in ihrer schönen traditionellen Uniform.
Vor der Ankerung in der Gemeinde Hofkirchen i.M. wurden die lustigen Schiffsleute vom Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Friedrich Bernhofer gemeinsam mit Neolandesrat Josef Fill in Engelhartszell durch die Klostergewölbe gelotst.
Die Ulmer Schiffsleute sind international auch auf höherer Diplomatenebene bestens bekannt. Schon vor vielen Jahren haben sie gute Kontakte bis Ungarn, Jugoslawien und den weiteren osteuropäischen Donaustaaten geknüpft. Ein ranghoher Staatsvertreter hat einmal anläßlich eines Botschafterempfanges im Budapester Parlament für die donauschwäbischen Schifffahrer gesagt: "Die Gesellschaft der Donaufreunde Ulm kann in 10 Tagen mehr bewegen als eine ganze Botschaft in 10 Jahren!" Mit dabei war damals auch der bundesdeutsche Aussenminister Genscher.
Der Vorsitzende der Gesellschaft der Donaufreunde Ulm, Herr Frieder Nething verrät:
"Jahrhunderte alt ist die Tradition der Ulmer Donau-Schiffahrt. Handelsgüter und Heere, Majestäten und Auswanderer fuhren einst auf Ulmer Donauschiffen, von Ulmer Schiffleuten gesteuert, die Donau hinab nach Österreich, Ungarn und weiter. Mit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts setzte die Entwicklung der Eisenbahn der regulären Donau-Schiffahrt ein Ende."
Es waren Ulmer Bürger, die sich um 1900 zusammenschlossen, um mit in Ulm neu gebauten "Ulmer Zillen" die Donau wieder zu befahren.
Dies führte zur Gründung der "Gesellschaft der Donaufreunde Ulm e.V.". Seit dem Jahr 1949 wurden in jedem Jahr regelmäßige Donaufahrten durchgeführt, - nach Regensburg, nach Passau, nach Wien. - "Ein großes Wagnis waren unsere Fahrten 1961 bis Budapest, 1964 bis Belgrad, 1976 und 1987 bis zum Schwarzen Meer" schwelgt Herr Nething stolz in alten Erinnerungen. Weiters sagt er: "Getreu unserem Wahlspruch ist es in diesen Jahren gelungen, viele gute Freunde in Städten und Orten entlang der Donau zu gewinnen, die uns stets mit großer Freude und Herzlichkeit empfangen und mit uns feiern.
Großer Idealismus, Opferbereitschaft und tätige Freundschaft aller Donaufreunde ermöglichen den Bau und die Erhaltung unserer "Ulmer Schachteln" und unsere erlebnisreichen, schönen Fahrten auf dem völkerverbindenen Strom.