WEIGETSCHLAG/GUGLWALD. Mit Traktoren, Transparenten und Menschenketten blockierten vergangenen
Samstag knapp 6.000 Menschen die Grenzübergänge nach Tschechien, Weigetschlag, Guglwald und Wullowitz.
Weitere Aktionen gegen das grenznahe Atomkraftwerk Temelin sollen nun folgen, Anti-Atom-Gegner aus
Niederösterreich werden das nächste Mal ebenfalls die Grenzen dichtmachen.
Keinen Zweifel daran, dass die Grenzblockaden am vergangenen Samstag keine Eintagesfliegen waren, ließen Bad
Leonfeldens Bürgermeister Alfred Hartl und Josef Pühringer, Chef der überparteilichen Plattform gegen Atomgefahr: "Wir
werden nun in regelmäßigen Abständen die Grenzen dichtmachen, um den Tschechen zu zeigen, dass es Leute gibt, die
sich vor Temelin fürchten", so Hartl im Gespräch mit Tips. In den kommenden Wochen sollen deshalb verstärkt
unangekündigte Blockaden stattfinden, um Temelin im letzten Moment doch noch zu verhindern.
Am Samstag wurden deshalb knapp 6.000 Menschen mit knapp 200 Traktoren mobilisiert, die gegen die Inbetriebnahme
des AKW Temelin demonstrierten. Mit dabei auch die Spitzen der oberösterreichischen Landesregierung, heimische
Nationalräte und Bürgermeister jedes Couleurs, die in ihren Aussagen keinen Zweifel daran ließen, dass die Zustimmung
Österreichs zu einem EU-Beitritt Tschechiens ein sicherer Pfand im Kampf um Temelin darstelle. Am schärfsten formulierte
dies Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: "Wir werden zwar alles tun, um den Probebetrieb zu verhindern, die
tschechische Regierung braucht aber nicht zu glauben, dass wir eine Ruhe geben, wenn uns das nicht gelingt", sagte der
Landeschef. Die EU könne solche Mitglieder, die sich in keiner Weise an Spielregeln halten, nicht gebrauchen.
Ein erster Erfolg für die Atomgegner war die Absage der verantwortlichen Schlossbesitzer, die ihr Anwesen für die
Eröffnungspartie am 23. September zur Verfügung gestellt hätten.
Die Begründung: Schlechtes Image im Ausland und sinkende Tourismuszahlen. -vjw-