KOLLERSCHLAG. Nachdem die 18jährige Jasmin Gabriel beim Landeslehrlingswettbewerb der Konditoren Ende April den hervorragenden 2. Platz erreichte, wurde sie jetzt beim Bundeswettbewerb in Krems auch noch mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Die Zuckerbäckerkunst ist der hübschen jungen Dame wohl schon in die Wiege gelegt worden, ihre Eltern führen nämlich eine Konditorei und Bäckerei direkt am Marktplatz in
Kollerschlag.
Beim Bewerb galt es, bereits vorbereitete Rohlinge möglichst kunstvoll mit allerlei Leckereien zu verzieren. Entscheidend für das Votum der Juroren, die den insgesamt 18 Wettbewerbsteilnehmern aus ganz Österreich sechs Stunden lang bei ihrer Arbeit über die Schulter schauten, war dann auch nicht der Geschmack der süßen Köstlichkeiten, sondern ihr optisches Erscheinungsbild.
Wichtig für eine gute Bewertung ist vor allem sauberes Arbeiten, eine ruhige Hand und die exakte Ausarbeitung aller Details. Verpönt sind Fingerabdrücke auf der Glasur oder gar ungewollte Fransen bei Schnittstellen. Das es sich dabei um Präzisionsarbeit handelt, sieht man schon daran, dass bei Abweichung der Schokoladetemperatur um ein Zehntel Grad ein leichter Grauschleier das ganze Werk zunichte machen kann.
Mit einer optisch ausgewogenen Komposition einer zweistöckigen Festtagstorte, einer Aufschnitt-Torte, einer Marzipanblüte, Stückdesserts, Marzipanfiguren und Pralinen, überzeugte Jasmin schließlich die gestrengen Juroren, denen beim Betrachten der
Köstlichkeiten sicher das Wasser im Mund zusammengelaufen ist.
Doppelt gefreut hat sich Jasmin, die in ihrer Freizeit gerne reitet und Snowboard fährt, über die Goldmedaille, nachdem ihr bei der Anreise nach Krems durch einen Stau auf der Autobahn aufgrund der Wartezeit und der hohen Temperaturen schon fast die gesamten Rohlinge und Verzierungen verdorben wären. Ein Gendarm hatte schließlich Einsehen und lotste die junge Dame am Unfall vorbei.
Seit wenigen Wochen arbeitet Jasmin jetzt beim oberösterreichischen Konditoren-Innungsmeister Günter Platzer in Vöcklabruck. Der wollte sie auch gleich für die Berufsolympiade in Seoul anmelden, Jasmin will jedoch damit zumindest noch ein Jahr zuwarten.