HOFKIRCHEN: Schon eine Woche lang ging es an der HS Hofkirchen zu wie in einem Bienenschwarm. Der Ausspeisungsraum - sonst eher nüchtern - wurde herbstlich dekoriert, in den Gängen beschäftigten sich Schülerkolonnen damit, die Schauwände zu dekorieren, im Gymnastikraum wurde jongliert und getanzt - die ganze Schule summte vor ganz ungewöhnlicher Geschäftigkeit.
Dann, am Mittwoch, dem 13. Oktober, war es endlich soweit: Alles wartete auf Gäste aus ganz Europa. Wie kam es dazu?
Seit Oktober letzten Jahres beteiligt sich die Hauptschule Hofkirchen an einer europäischen Schulpartnerschaft unter dem Motto "Youth goes Europe". Neben drei Schulen aus Österreich ( Hofkirchen, St. Martin, Ottensheim) nehmen zwei Schulen aus Schweden ( Bengtfors/Göteborg und Bohus/ Nordschweden ), drei aus Italien ( Colleverde/Rom, Bari/Apulien, Monreale/Sizilien ) und zwei aus Estland ( je eine estnische und eine russische Schule aus der Hauptstadt Talinn ) teil. Einmal pro Semester treffen sich Lehrer der beteiligten Schulen, um die Arbeit zu koordinieren, aber auch, um Kollegen und Schulbetrieb in anderen Ländern kennenzulernen.
Die 18 Lehrer aus Estland, Italien, Österreich und Schweden wurden an der HS Hofkirchen von Schülern und Lehrern, aber auch im Namen der Gemeinde von Bürgermeister Moser herzlich empfangen. Otmar Schopf arrangierte mit Schülern das musikalische Programm, in dessen Rahmen Schüler aller Alterstufen Tänze und akrobatische Einlagen präsentierten. Anschließend besichtigten die Besucher die verschiedenen Einrichtungen der Schule wie z.B. die Bibliothek, und beobachteten z.B. in Zeichnen, Werken, Physik, Englisch, Sport u.a. den Unterricht an unserer Schule. Besondere Highlights bildeten von Schülern gestaltete und vorgestellte Ausstellungen über "Hofkirchen - einst und heute" mit zahlreichen alten und neuen Bildern, mit denen unsere Besucher einen ersten Vorgeschmack auf Hofkirchen bekamen. Dazu überreichten Schüler selbstgebastelte Spiele als Geschenk für unsere Partnerschulen.
Zum Abschluss übernahmen Schüler der 4. Klassen die Aufgabe, unsere Gäste ca. eine halbe Stunde lang "ihr" Hofkirchen zu zeigen und zu erklären - in Deutsch, Englisch und mit Händen und Füßen, je nach Sprachkenntnissen der beteiligten Lehrer und Schüler.
Die Lehrkräfte aus den Partnerländern zeigten sich von Schule und Ort recht angetan ( eine Kollegin aus Sizilien sprach vom "romantischen" Hofkirchen).
Beim anschließenden Arbeitstreffen wurde das Produkt des vergangenen halben Jahres, eine 90seitige Zeitung mit Beiträgen aus allen Ländern, präsentiert. Zugleich wurde begonnen, die nächste Zeitung zu planen. Thema sind diesmal Sitten und Gebräuche der beteiligten Länder und Regionen: Welche Gemeinsamkeiten/ Unterschiede gibt es beim Weihnachtsfest zwischen Sizilien, Schweden, Estland, dem Mühlviertel? Welche Besonderheiten z.B. die "Bosheitsnacht", gibt es?
In den folgenden Tagen zog die Lehrerkarawane weiter zu den anderen beteiligten österreichischen Schulen: nach Ottensheim und St.Martin/Traun, die sich jede in ihrer Eigenart vorstellten und damit selbst für die österreichischen Kollegen manche Anregung boten. Den Abschluss bildete ein Treffen in der pädagogischen Akademie der Diözese in Linz und ein Ausflug nach St. Florian und Steyr. Danach verließen uns unsere Besucher wieder - mit Ausnahme von Frau Karin Gustafson aus Bohus/Schweden, die in Hofkirchen noch eine Woche lang in den Fächern Deutsch, GW und Englisch unterrichtete. Für alle Beteiligten - Schüler wie Lehrer - war dieser Besuch eine Bereicherung, an die wir uns noch lange erinnern werden.