AIGEN/SCHLÄGL. Hochqualifizierte Arbeitskräfte sind aus der Sicht der Wirtschaft unbestritten einer der zentralen
Wettbewerbsfaktoren und deshalb auch in Zukunft gefragt. Die HS Aigen/Schlägl rüstet mit dem neuen
Schwerpunkt "Informationstechnologie" die Kids von heute für die Berufsanforderungen von morgen.
Rund 700.000 S investierte die Schule mit Unterstützung des Landes, den Gemeinden Aigen und Schlägl, der Sparkasse
Aigen und der Computerfirma Hapra, um den zweiten Computerraum technikmäßig auf den letzten Stand zu bringen. Den
Hauptschülern stehen jetzt 22 PC's, ein Videobeamer und die neueste Software zur Verfügung. Zur Zeit werden in
Zusammenarbeit mit der Handelsakademie Rohrbach 70 Kids von der 1. bis 4. Klasse im neuen Interessens- und
Begabungsschwerpunkt "Informationstechnologie" ausgebildet und auf die Prüfung zum Europäischen
Computerführerschein (ECDL) vorbereitet. Sie haben damit beste Voraussetzungen, um in den künftig gesuchten Berufen,
wie Web Designer, Key Account Manager oder Netzwerktechniker, erfolgreich sein zu können.
Geringes Bildungsniveau
Wie wichtig Weiterbildung auch nach Abschluss der Pflichtschule ist, zeigt der Standort- und Technologiebericht 2000: Aus
diesem geht hervor, dass Oberösterreichs Bildungsniveau deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt liegt. 40,2 %
der Bevölkerung liegen in der niedrigsten Bildungsschicht der Pflichtschule, "auch der Anteil der höchsten Ausbildungsstufe
der Hochschule ist mit 3,3 % mehr als ein Viertel unter dem österreichischen Durchschnitt von 4,7 %", zeigte
FPÖ-Wirtschaftssprecher Dipl.-Ing. Gerd Holter bei einer Landtags-Sitzung auf. Er sprach sich deshalb unter anderem für
mehr Fachhochschul-Studienplätze aus. "Mit einem Studienplatz je 312 Einwohner liegt OÖ an letzter Stelle. Derzeit haben
wir nur 10 % der Fachhochschulstudenten. Auch die Prognose für 2004/05, die nur dann aufgeht, wenn wirklich alle Mittel
zur Verfügung gestellt werden, bringt uns erst an den Österreichdurchschnitt heran, aber noch keinesfalls darüber, wie dies
für das führende Wirtschaftsland Oberösterreich nötig wäre," stellte Holter fest.
Keine Studiengebühren
Dass Qualifizierung für junge Menschen nun ein Thema im Landtag ist, freut insbesondere die Arbeiterkammer. Damit würde
jahrelangen Forderungen der AK nachgekommen, so Präsident Hubert Wipplinger. "Wenn aber gleichzeitig
Studiengebühren auch in Fachhochschulen eingehoben werden sollen, dann ist dies bildungs- und arbeitsmarktpolitisch
absolut kontraproduktiv. Es wäre an der Zeit, dass sich der Landtag endlich der Forderung der Arbeiterkammer anschließt
und sich gegen die Einführung von Studiengebühren an Fachhochschulen positioniert." Unterstützung erhofft sich
Wipplinger auch bei dem innovativen Ausbildungsangebot Triathlon. Diese zusätzliche Vollausbildung soll nämlich vom Bund
nicht mehr finanziert werden.