Von Bernhard Haudum
AHORN/WIEN. Eine positive Bilanz über sein erstes Jahr im Nationalrat zieht Dr. Reinhold Mitterlehner aus Ahorn:
"Ich bin zufrieden, angesichts der vor allem zu Beginn schwierigen Situation der neuen Regierung konnte ich viel
erreichen" erklärt er in einem Gespräch mit den Tips.
"Nachdem ich schon einige Jahre zuvor in Wien tätig war, kam vieles für mich nicht ganz unerwartet. Im Grunde genommen
ist es exakt so gekommen, wie ich es mir erwartet habe" meint Mitterlehner, der zu Beginn des Jahres 2000 in den
Nationalrat einzog: "Der Start war extrem schwierig, nach der umstrittenen Regierungsbildung und den damit verbundenen
heftigen Demonstrationen musste ich unterirdisch zur Angelobung gehen" erinnert sich der Ahorner - und freut sich
gleichzeitig, dass sich die Lage inzwischen einigermaßen normalisiert hat: "Bis auf ein paar Chaoten, die noch immer
protestieren, ist alles ruhig. Ich glaube die Arbeit der neuen Regierung wird immer besser akzeptiert."
Im kalten Wasser...
In der täglichen Parlamentsarbeit kam der Mühlviertler von Beginn weg ins kalte Wasser. Anfänglich noch in der letzten
Reihe zu Hause, eroberte sich der gebürtige Helfenberger rasch seinen Platz im VP-Klub und auf der parlamentarischen
Spielwiese. Dank hoher Sitzungsdisziplin, mehr als 20 Reden und der Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen sitzt Dr.
Reinhold Mitterlehner jetzt nicht nur weiter vorne, sondern ist auch in der Hierarchie des Hohen Hauses eine feste Größe:
"Ich freue mich, dass bei verschiedenen Sachthemen immer wieder auf mein Know-how zurückgegriffen wird, vor allem in
Wirtschaftsfragen kann ich logischerweise viel einbringen" erklärt der Politiker, der im Zivilberuf als Generalsekretär der
österreichischen Wirtschaftskammer ebenfalls einen hochrangigen Job bekleidet. Konkret war der Ahorner bei der Lösung
der Getränkesteuerproblematik ebenso "mittendrinn statt nur dabei" wie bei der Reform der Lehrlingsausbildung und bei
wichtigen sozialpolitischen Themen. "Als Einzelkämpfer ist im Parlament nicht viel zu erreichen, Team- und Konsensfähigkeit
ist gefragt. Hier habe ich im letzten Jahr unglaublich viel gelernt, die Arbeit im Hohen Haus hat meinen Horizont bei vielen
Themen deutlich erweitert" betont Mitterlehner.
Region sehr wichtig
Sehr wichtig ist dem VP-Politiker, die Anliegen der Region in Wien so gut wie möglich zu vertreten: "Auch wenn
vordergründig nicht viel sichtbar wird - hinter den Kulissen ist es möglich, sich einzubringen und wichtige Entscheidungen
damit wesentlich zu beeinflussen." Konkret hatte Mitterlehner bei der jetzt antstehenden Öffnung der Grenze in
Ulrichsberg/Schöneben seine Finger auf höchster Ebene ebenso im Spiel wie bei der anstehenden Grenzgänger-Regelung
mit Tschechien, die vor allem für Betriebe im Oberen Mühlviertel extrem wichtig ist. Über seine Arbeit, aber auch jene der
Regierung, informiert der Ahorner regelmäßig in Veranstaltungen im Oberen Mühlviertel, als brillianter Redner ist er dabei
nicht nur bei der VP ein gern gesehener Gast.
Freunde im Mühlviertel
Trotz seines Engagements in Wien ist Dr. Reinhold Mitterlehner praktisch jedes Wochenende im Mühlviertel: Ob in seinem
Haus in Ahorn oder in seiner Heimatgemeinde Helfenberg - gerne trifft er seine Freunde, die in ihm nicht den großen
Politiker, sondern "den Reinhold" sehen. Der geliebte Tennissport kommt dabei ebenso wenig zu kurz wie so mancher
Besuch beim Fußball, dem Mitterlehner seit frühester Jugend mit großer Begeisterung verbunden ist.