Von Bernhard Haudum
ROHRBACH. Während in den Ballungszentren die Wogen hoch gehen, lässt die mit Anfang März neu eingeführte Ambulanzgebühr die Bevölkerung in unserer Region offenbar weitgehend kalt: Am Landeskrankenhaus Rohrbach gibt es mit dem umstrittenen Kostenbeitrag bislang kaum Probleme.
"Ganze zwei Beschwerden von Patienten" wurden laut Verwaltungsdirektor Josef Radler bis Ende voriger Woche am LKH Rohrbach registriert: "Dies ist deutlich weniger, als wir erwartet haben. Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass die Leute die neue Gebühr akzeptieren, es gibt kaum Probleme" zieht Radler eine erste Bilanz. Auch organisatorisch bereitet die neue Gebühr der Rohrbacher Krankenhausambulanz keine Schwierigkeiten: "Natürlich ist die Erfassung der Daten etwas mehr Arbeit. Dank einer guten Organisation und engagierter Mitarbeiter klappt diese aber problemlos, von längeren Wartezeiten als bisher kann keine Rede sein" erklärt der LKH-Verwaltungsdirektor.
Kaum Probleme bei Ärzten
Neben dem Landeskrankenhaus ist die neue Ambulanzgebühr natürlich auch bei den praktischen Ärzten in der Region ein Thema. Und auch dort hält sich die Aufregung in Grenzen: "Die Patienten informieren sich, wirkliche Proteste sind aber ganz selten" erklären die Bezirks-Ärztesprecher Dr. Franz Burghuber aus Rohrbach und Dr. Andreas Lang aus Aigen zur aktuellen Diskussion. Dafür mit verantwortlich ist sicherlich die gute Versorgung mit praktischen Ärzten: "Unser System bewährt sich, über den Ärztenotruf 141 (ohne Vorwahl) können wir rund um die Uhr eine optimale Versorgung mit ärztlichen Dienstleistungen garantieren" betont Dr. Franz Burghuber. Mit den Ambulanzen werde - so Dr. Andreas Lang - ein "gutes Miteinander" angestrebt: "Ein zufriedenstellendes Zusammenspiel zwischen praktischen Ärzten und Krankenhausambulanzen ist nicht nur für die optimale Versorgung der Patienten wichtig, sondern spielt auch im Bereich der viel diskutierten Kostenreduktion eine bedeutende Rolle!"
Gebühr als "Symptom"
Generell stehen die Ärztesprecher auf dem Standpunkt, dass die Ambulanzgebühr vermeidbar gewesen wäre: "Diese Gebühr wäre nicht nötig gewesen, sie ist für uns ein Symptom eines kranken Gesundheitswesens" betonen Burghuber und Lang unisono. Stellvertretend für ihre Kollegen fordern sie längst überfällige Strukturreformen ein - und stützen sich dabei auf neuestes Zahlenmaterial, das Gesundheits-Staatssekretär Waneck vorige Woche vorgelegt hat: Dieses beziffert das Rationalisierungspotenzial im Bereich der Sozialversicherungen mit ca. 11 Milliarden Schilling. "Wenn dieser Betrag stimmt, erübrigt sich jede weitere Spardiskussion, für uns ist dann klar, wo anzusetzen ist" - so die Bezirksärztevertreter.