Obwohl der Bezirk Rohrbach bei den Frauen die höchste Arbeitslosenquote in Oberösterreich aufweist, scheitert
die Beschäftigung von weiblichen Arbeitskräften im Nachtschichtbetrieb an den unzumutbaren Forderungen der
Gewerkschaft.
BEZIRK ROHRBACH. Seit Jahren bemühen sich die Firmen Internorm in Sarleinsbach, Vogt in Niederwaldkirchen und Kopp
in Aigen darum, auch weibliche Arbeitskräfte im 3-Schichtbetrieb einsetzen zu können. Obwohl jedoch genügend Frauen aus
dem Bezirk dazu bereit wären, scheitern diese Bemühungen an den entsprechenden Betriebsvereinbarungen, die laut
Kollektivvertrag für eine Ausnahme vom generellen Frauennachtarbeitsverbot notwendig sind.
Die Gewerkschaften stimmen keiner derartigen Vereinbarung zu, die nicht mindestens 10 Prozent Zeitzuschlag oder einen
gleichwertigen Geldzuschlag (über die kollektivvertragliche Nachtarbeitszulage hinaus) vorsieht. Der 10%ige Zuschlag
müsste jedoch nicht nur den in der Nacht beschäftigten Frauen, sondern auf Grund der Gleichbehandlung auch den
Männern bezahlt werden. Somit würde sich bei der Einstellung von nur einer Frau im Nachtschichtbetrieb die gesamte
Nachtarbeit des Unternehmens um 10 % verteuern, diese Zusatzkosten sind für die Industrie jedoch nicht finanzierbar.