BEZIRK: Am 28. April 2005 ist es wieder so weit: Zum fünften Mal bietet der Girls’ Day in Oberösterreich Schülerinnen der 3. und 4. Klasse Hauptschule, der 7. Klasse AHS sowie der einjährigen Wirtschaftsfachschulen die Möglichkeit ihr Berufswahlspektrum zu erweitern.
Mehr als die Hälfte der Mädchen wählt trotz im Schnitt guter Noten und Schulabschlüsse noch immer „typisch weibliche“ und häufig technikferne Berufsfelder bzw. Studienfächer und schöpft damit ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus.
Nicht mangelnde Fähigkeiten und Interessen, sondern fehlende weibliche Vorbilder, unrealistische Vorstellungen von technischen Berufsbildern und nicht zuletzt Vorurteile seitens Schule, Eltern und Betriebe beeinflussen die Berufswahl der Mädchen.
„Daraus ergeben sich für die Mehrzahl der jungen Frauen weitreichende Folgen für Arbeitsmarktchancen, Karriere- und Verdienstmöglichkeiten “, gibt Landesrätin Dr.in Silvia Stöger zu Bedenken.
Auch haben etliche Betriebe Vorbehalte, Mädchen in traditionell „männlichen“ Berufen einzustellen. Dadurch ist es für Mädchen, die in solchen Berufen einen Lehr- und Ausbildungsplatz suchen, meist schwieriger als für Burschen, einen entsprechenden Platz zu finden. Gleichzeitig droht Unternehmen in zukunftsorientierten bzw. technischen Branchen ein Mangel an qualifiziertem Nachwuchs – eine Tatsache, die ebenfalls ein Umdenken einfordert.
Der internationale Aktionstag Girls’ Day will Mädchen ermutigen, ihre Potentiale in zukunftsweisenden, mädchen-untypischen Berufen einzusetzen und Eltern, Schulen, Betriebe und Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass Mädchen in traditionell männlich dominierten Berufen sehr gut „bestehen“ können.
Frauenlandesrätin Dr.in Silvia Stöger und Brigitte Lohnecker vom Büro für Frauenfragen des Landes Oberösterreich bringen die Ziele des Girls’ Day auf den Punkt: „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen schlechteren Start ins Berufsleben und damit in die berufliche Zukunft hat. Mädchen müssen dieselben Chancen am Arbeitsmarkt bekommen wie Burschen.“
Was passiert am Girls’ Day?
Damit dieser Aktionstag funktionieren kann, sind Lehrerinnen und Lehrer gesucht, die bereit sind, die Ziele des Girls’ Day zu unterstützen und Partnerinnen und Partner aus öffentlichen Institutionen, Wirtschaft und Industrie notwendig, die am Girls’ Day Arbeitsplätze in zukunftsorientierten Berufsfeldern zur Verfügung stellen.
Die Mädchen bekommen erste Einblicke in die Praxis wichtiger Bereiche der Arbeitswelt. Sie können experimentieren und programmieren, das Innenleben eines Computers entdecken, Internetseiten erstellen, eine Lichtschranke bauen, Technik, Handwerk und sonstige zukunftsorientierte Branchen verstehen und selbst ausprobieren. MentorInnen begleiten die Mädchen durch den Tag und geben Auskunft zu Fragen über den Arbeitsalltag, die Arbeitsplatzchancen, die Karrieremöglichkeiten, etc.
Drehscheibe http://www.buerofuerfrauenfragen.at/girlsday
Bis 31. Jänner 2005 hatten Schulen die Möglichkeit, sich zum Girls’ Day anzumelden und so die Teilnahme der Schülerinnen zu ermöglichen.
Seit 18. Jänner 2005 läuft die Anmeldung der Firmen. Sofort am ersten Tag haben sich 33 Betriebe eingetragen und 160 Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt – Ende Jänner waren es bereits 66 Firmen mit 320 Arbeitsplätzen .
Ein guter Start...
Bis 20. Februar 2005 können Unternehmen, Organisationen und Initiativen die Arbeitsplätze, die sie den Mädchen für den Girls’ Day zur Verfügung stellen, auf der Projektwebsite eintragen.
Aus diesem Angebot suchen sich die Mädchen auf der Website selbständig „ihren“ Arbeitsplatz aus, den sie von 31. März bis 8. April 2005 online buchen können.
Frauenlandesrätin Dr.in Stöger betont: „Der Aktionstag Girls’ Day braucht die breite Mitwirkung von LehrerInnen und Betrieben. Unterstützen Sie uns, machen Sie mit beim Girls’ Day und helfen Sie mit, Mädchen eine bessere berufliche Zukunft zu eröffnen!“
Der Girls’ Day 2005 - Eine Chance für junge Mädchen