Bild 1 v.l.n.r.: St Severin Leiter Siegfried Pfleger, Berta Kumpfmüller, Bewohnervertreter Markus Schmidt, OSR Dir. Franz Höfler, LAbgt a.D. Franz Leitenbauer, Aufsichtsratsvorsitzender Johann Falkinger, Hofrat Dr. karl Winkler
Bild 2:v.l.n.r.: GF Franz Stadlbauer, Moderator und Aufsichtsrats-Vorsitzender Johann Falkinger
SARLEINSBACH:Das 20-jährige Bestehen war für Leiter Siegfried Pfleger Anlass gemeinsam mit den Bewohnern und den MitarbeiterInnen die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre Revue passieren zu lassen. Die Ergebnisse daraus wurden den zahlreichen Gratulanten bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Freitag unter dem Motto „Spuren im Haus“ präsentiert. Jeder Bewohner und Mitarbeiter der vergangenen 20 Jahre bekam eine bunte Fußspur, so wurden rund 270 Spuren im Haus ausgestellt. Zu Beginn der Festveranstaltung wurden Bewohner der ersten Stunde interviewt und erzählten, wie sie die Übersiedlung vom Wagner-Jauregg Krankenhaus in das beschauliche Haus am Platz in Erinnerung haben. „Geschneit hat´s soviel damals im März, genauso wie dieses Jahr. Als mich nach einem 9 ½ - jährigen Aufenthalt im Wagner-Jauregg KH dann der damalige Leiter von St Severin August Eckerstorfer hierher brachte, war die Freude groß - ich hatte das erste Mal in meinem Leben mein eigenes Zimmer“, berichtete Rosa W. Der Bewohner Erwin A. hat sein Zuhause ebenso in Sarleinsbach gefunden, dennoch wünscht er sich, mehr Kontakt zu seinen Angehörigen – umso größer war die Freude als während der Feier sein Bruder aus Salzburg zu Besuch kam. Als Markenzeichen von St Severin ist der Bewohner Hans bekannt, der nach 14 Jahren in St Severin den Schritt in eine der betreuten Wohngemeinschaften geschafft hat. Besonders gefällt ihm an der Wohngemeinschaft, dass dort weniger Leute wohnen bzw. weniger Betreuer sind und man seinen Alltag selbständiger gestalten kann, zB einkaufen gehen, Wäsche waschen, das Frühstück selber zubereiten, putzen,…
Das Team von St Severin bestand damals vor 20 Jahren aus einer Hand voll Mitarbeiter. Unter ihnen Gertraud Praher, die seitdem für die Verpflegung der St. Severiner sorgt, teilweise auch die warme Schulsuppe in den kalten Wintermonaten sowie „Essen auf Rädern“ zubereitet. Die unglaubliche Summe von rund 843.500 Mahlzeiten wurde in den vergangenen 20 Jahren für die Bewohner, Mitarbeiter, Schüler u.a zubereitet. Als Leiter der Ameisberg Werkstatt und Sarleinsbacher erinnert sich Alois Höglinger an die nicht nur harmonische Anfangszeit zurück. Natürlich gab es seitens der Bevölkerung auch kritische Stimmen zur Errichtung dieser „Außenstelle der Landesnervenklinik“. Diese offene und integrative Betreuungsform war damals neu und nicht alle waren davon überzeugt, dass dieses Betreuungsmodell Zukunft hat. Da der Altersdurchschnitt der St Severin Bewohner zwischen 40 und 50 Jahren liegt, regte Gemeindearzt Dr. Bernhard Lang im Interview an nicht nur für die älteren Bewohner St Severins, sondern generell für Senioren eine Tagesstruktur zu schaffen. Um so ein Angebot umsetzen zu können, braucht es allerdings neben dem guten Willen auch die Genehmigung, in weiterer Folge die Finanzierung durch das Landes OÖ. Bgm. Max Wiederseder betont, wie wichtig die Gründung von St Severin und deren Entwicklung für die Region ist, denn St Severin gehört seit Jahresbeginn 2000 zum ARCUS Sozialnetzwerk, welches für rund 150 Menschen einen Arbeitsplatz in Wohnortnähe bietet und daher auch mit deren Kaufkraft die regionalen Betriebe stärkt.
Als Vertreter der Organisation wurden weiters Johann Falkinger, Aufsichtsratsvorsitzender und Franz Stadlbauer, Geschäftsführer von ARCUS Sozialnetzwerk zum Interview gebeten, die einen Überblick über 20 Jahre Entwicklungsgeschichte und zukünftige Projekte gaben. Ein vorrangiges Ziel ist die Schaffung von kleineren Wohngruppen im Haus. In weiterer Folge werden außerhalb des Hauses weitere betreute Wohngemeinschaften errichtet um so den Klienten eine weitgehend selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen, erläutert GF Franz Stadlbauer.
Ein besonderer Dank gilt den Gründungsmitgliedern Berta Kumpfmüller, OSR Dir. Franz Höfler, Hofrat Dr. Karl Winkler, Landtagsabgeordneter a.D. Franz Leitenbauer, die vor 20 Jahren mit ihrer Vision, ihrer Idee den Grundstein zu einem gelebten Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung legten. Mit der Gründung von St Severin haben sie ihre ersten Spuren im Haus hinterlassen. Als symbolisches Zeichen des Dankes überreichte ihnen Leiter Siegfried Pfleger Fußspuren aus Lebkuchen. Als Geste des immer wieder aufeinander Zugehens wurden im Rahmen der Feierlichkeiten Fußabdrücke auf Leinwand von Bewohnervertreter Markus Schmidt, Gemeindevertreter Bgm. Max Wiederseder, Leiter von St Severin Siegfried Pfleger, Geschäftsbereichsleiter für Wohnen Heinrich Steinmayr und ARCUS Geschäftsführer Franz Stadlbauer gefertigt. Für all jene, die an der Jubiläumsfeier nicht teilnehmen konnten, sind herzlich eingeladen, die noch bis Ende Mai laufende Ausstellung „Spuren im Haus“ in St. Severin, Marktplatz 17 in Sarleinsbach zu besuchen.