NEBELBERG. Der bekannte Heimatforscher und frühere Bezirksschulinspektor Prof. Fritz Winkler arbeitete die Zeitgeschehnisse der Gemeinde Nebelberg ab dem Einmarsch von Adolf Hitler am 12. März 1938 in mühevoller Kleinarbeit auf. Im Rahmen interessanter Interviews wurden die Erlebnisse den zahlreichen und interessierten Zuhörern näher gebracht. Ignaz Märzinger aus Kollerschlag hat mit einer beeindruckenden Power-Point-Präsentation einen wertvollen Beitrag geleistet. Das Jubiläum - 60 Jahre Frieden und 50 Jahre Staatsvertrag - wurde in Nebelberg am Sonntag, 12. März begangen – dem Jahrestag des Einmarsches der Nationalsozialisten in Österreich.
Die noch lebenden Zeitzeugen dieser geschichtsträchtigen Zeit - Johann Pfeil (Altbürgermeister), Franz Lauß (Amtsleiter a.D.), Hubert Lauß, Johann Zöchbauer, Alois Wöß, Johann List und Josef Lauß - gaben in Form von Interviews einen Einblick über das dortige Geschehen; erzählten in kurzen Episoden von den Ereignissen dieser Zeit. Beginnend mit dem Einmarsch, der Einrückung zum deutschen Militär, den schrecklichen Erlebnissen an der Front, Erzählungen über Zustände in den Feldlazaretts der Verwundeten bis hin zur Kriegsgefangenschaft und den Straflagern in Russland/Sibirien spannte sich der Bogen. Die persönlichen Wiedergaben der Zeitzeugen wurden mit Erinnerungsbildern über die Befreiung der Amerikaner, zahlreicher Flüchtlinge und über die anschließende Besatzungszeit durch die russischen Soldaten ergänzt. Klar kam auch zum Ausdruck, dass damals die Nebelberger Bewohner anders dachten. Sie schenkten vor 1938 der Heimwehr kein Vertrauen und blieben den Nazi-Ideen während der sieben Jahre immer skeptisch gegenüber. Weil es zu wenig Nazi-Anhänger gab, wurde Nebelberg dem NS-Parteizentrum Kollerschlag (genannt Ortsgruppenleitung) unterstellt. Sogar eine Eingemeindung nach Kollerschlag wurde angedroht. Die politische Betreuung der Gemeinde erfolgte durch den Ortsgruppenleiter, Hitlerjugendführer, Ortsbauernführer und der NS-Frauenschaftsführerin von Kollerschlag. Neben vielen Ehrengästen waren 240 interessierte Zuhörer gekommen, wobei besonders erfreulich war, dass sehr viele Jugendliche die Möglichkeit wahrnahmen, die Geschehnisse dieser so traurigen Geschichte unserer Heimat aus berufenem Munde direkt zu erfahren.
Organisator Kulturausschussobmann Heinrich Pfoser und Bürgermeister Otto Pfeil bedankten sich bei den Zeitzeugen und den Gestaltern mit einem originalen Haptstecken – dem Wahrzeichen der Gemeinde - das auch im Gemeindewappen verewigt ist. Im Anschluss an die Veranstaltung warteten die Bäuerinnen mit einem Buffet auf. In kleinen Runden wurde lebhaft diskutiert und die Erzählungen noch vertieft.
Eigene Fotoshow von Dipl.Ing. Josef Jungwirth unter: http://www.nebelberg.ooe.gv.at/fotogalerie.html