Von Susanne Geyer
LEMBACH. "Die Lembacher Radiatorenwerke sind ein Betrieb mit 100-prozentiger österreichischer
Wertschöpfung", betont Betriebsleiter Siegfried Meisinger (42). Deshalb versteht er nicht, weshalb sich bis jetzt
kein Politiker der Region oder so genannte Vertreter der Arbeiter gegen die Schließung dieser Firma eingesetzt
haben.
Bereits im Jahr 1999 hat die Firma Lembacher Radiatorenwerke in wirtschaftlichen Stückzahlen Heizkörper produziert. Trotz
positiver Entwicklungen haben die Altlasten der Vorjahre das Unternehmen erdrückt. Das Werk musste mit 31. Jänner
Konkurs anmelden. Auf Pachtbasis wurde versucht, das Unternehmen zu retten - offenbar vergeblich: Seit 30. April steht die
Firma Lembacher Radiatorenwerke kurz vor dem Aus.
"Unsere 40 Arbeiter sind alle aus der Umgebung. Sie beleben die Wirtschaft im Ort und sorgen für Leben in den Regionen.
Teilweise haben wir auch Mitarbeiter ohne Auto, dafür aber mit Kindern. Bei einer Schließung des Betriebes würden diese
Mitarbeiter unter die Armutsgrenze fallen", betont Siegfried Meisinger: "Jahrelang haben entscheidende Fehler mit
finanziellen Folgen keine Rolle gespielt, jetzt wird mit allen Mitteln versucht, den einzigen ehrlichen Interessenten mit seinem
Partner unter Druck zu setzen. Die finanziellen Forderungen seitens der Hausbank und des Masseverwalters sind eindeutig
überhöht und es zeigt sich ganz klar, dass kein Interesse besteht, die Arbeitsplätze zu erhalten. Wichtig ist jedem einzelnen
nur der persönliche Erfolg, die Schicksale und Folgen für uns Arbeiter scheinen völlig egal."
Hohe Exportquote
Die Firma Lembacher Radiatorenwerke hat sich im Ausland einen sehr guten Namen gemacht, was der hohe Exportanteil
von 80 Prozent beweist. Österreichische Qualität mit guten Mitarbeitern wird überall geschätzt. "Damit die Lembacher
Radiatorenwerke als gesundes Unternehmen weitergeführt werden können, brauchen wir politische Rahmenbedingungen,
die dafür sorgen, dass auch österreichische Firmen konkurrenzfähig bleiben können. Bei Ausschreibungen in der Region
dürfen einzelne Firmen nicht ausgegrenzt werden", kritisiert Betriebsleiter Siegfried Meisinger.