ROHRBACH. Nach den Finanzämtern, Postämtern und Gendarmerieposten sind nun die AMS-Bezirksstellen von
der Schließung betroffen: Ein Gesetzesentwurf sieht vor, dass bis Ende des Jahres die AMS-Reform beschlossen
werden soll. Wie diese aussieht und ob auch die AMS-Stelle Rohrbach gefährdet ist, steht derzeit noch nicht fest.
"Möglich ist jetzt alles", sagt Hans Hartl, der Leiter des Arbeitsmarktservices Rohrbach. Er wird auf jeden Fall den
erfolgreichen oberösterreichischen Weg weitergehen: "Wir lassen uns nicht beeinflussen und können ohnehin nur mit sehr
guter Arbeit punkten", ist Hartl überzeugt. Dass die Arbeit gut ist, beweisen die Arbeitsmarktdaten: Der ehemalige
Problembezirk Rohrbach weist nach Eferding und Perg österreichweit die geringste Arbeitslosenrate auf. Die geplante
Schließung der Bezirksstellen steht im krassen Widerspruch zur Ausgliederung 1994: Das AMS wurde dezentralisiert, um
vor Ort Wirtschaft, Industrie und Arbeitnehmer-Vertreter miteinbeziehen zu können. "Von Wien aus Arbeitspolitik zu machen,
das ist ein weiter Weg", steht der Rohrbacher AMS-Chef der Reform skeptisch gegenüber. Seine Befürchtungen: "Die
Betriebe werden auf der Strecke bleiben, weil wir jetzt maßgeschneiderte Ausbildung anbieten. Und die Arbeitslosen werden
auf der Strecke bleiben." Und nicht zuletzt sind die Arbeitsplätze der 20 AMS-Beschäftigten in Rohrbach gefährdet.
Einsatz fürs AMS
Die Länder und auch die WK setzen sich stark für die Erhaltung der AMS-Stellen ein. So meinte etwa Wirtschaftslandesrat
Josef Fill: "Unsere Arbeitsmarktdaten an der Spitze in Europa beweisen, dass der Weg der Zusammenarbeit zwischen Bund,
Land und Sozialpartnern der richtige ist. Weiterentwicklung ist wichtig, die Partnerschaft muss jedoch erhalten bleiben." Die
Nähe zu den Unternehmern sei wesentlich für die Vermittlung von Arbeitskräften.