Mit 31.12.1999 gehen die Rollläden im Nah & Frisch Geschäft Bauer in Niederranna für immer runter. Der
rückläufige Umsatz durch die starke Konkurrenz der Großkonzerne zwingt die Inhaberin nach 30 Jahren das
Geschäft zu schließen. Die fieberhafte Suche nach einem Pächter hat bereits begonnen.
NIEDERRANNA. Das Nah & Frisch Geschäft, geführt von Theresia Bauer steht vor dem Aus: "Ich höre sehr ungern auf.
Schließlich haben mein Mann und ich dieses Geschäft mit viel Arbeit und auch Freude aufgebaut", erzählt die 67-Jährige.
Aber der Umsatz sei stark zurückgegangen "die Leute kaufen nur mehr gewisse Sachen in den kleinen Geschäften.
Großeinkäufe werden natürlich dort gemacht, wo es am billigsten ist", klagt sie. "Diese Konzerne können Preise anbieten,
die wir nicht einmal im Einkauf haben." Sohn und Tochter wollen daher das Unternehmen nicht weiterführen.
Nun hofft Theresia Bauer, das Geschäft verpachten zu können: "Es gibt einige Interessenten. Ich hoffe, dass sich in der
nächsten Zeit Konkretes ergibt. Das wünsche ich auch den Leuten, denn sie sind sehr gerne gekommen", so die
Geschäftsfrau, die in den letzten Jahren den Laden noch umgebaut und modernisiert hat.
Gemeinde sucht Nachfolger
Auch für Bürgermeister Erich Moser ist das Ganze "eine traurige Angelegenheit": "Wir sind sehr aktiv bei der Suche nach
einem Pächter oder Käufer und hoffen schon in den nächsten Tagen mehr sagen zu können." Speziell die älteren Menschen
seien auf eine Einkaufsmöglichkeit im Ort angewiesen.
Im Bezirk Rohrbach wären somit insgesamt 10 Gemeinden ohne Nahversorger, Rohrbach liegt damit oberösterreichweit an
der Spitze. Laut einer Umfrage des Spectra-Institutes zeigen sich die heimischen Konsumenten von dieser Entwicklung aber
wenig beeindruckt.
Rund zwei Drittel der heimischen Bevölkerung beurteilen die Nahversorgung als "sehr gut" bzw. "gut".