NIEDERWALDKIRCHEN. Die beinharte Vorbereitung (drei Wochen Trainingslager alleine im Jänner) scheint sich auszuzahlen, denn Georg Reiter (bis 66 kg) beweist beim B-Weltcup in Vise, dass er über den Winter gut gearbeitet hat.
Mit fünf Siegen in sieben Kämpfen belegt der 24-Jährige Platz fünf. Dabei schlägt er in der Trostrunde mit Craig Fallon sogar Ludwig Paischer ehemaligen Erzrivalen. Um den Briten war es nach den Olympischen Spielen in Peking, wo er am späteren Silbermedaillengewinner Paischer nur hauchdünn gescheitert war, still geworden. Jetzt will er es scheinbar wieder wissen. Aber nicht mit Reiter. Der machte dem Weltmeister von 2005 gleich einen Strich durch die Rechnung. „Nach einer Minute habe ich ihn mit einem Beinfeger erwischt“, meint der gelernte Koch.
Pepi Reiter: „Fast wie beim Grand Slam“
Im Kampf um Bronze scheitert Reiter allerdings an einem Franzosen mit dem eher untypischen Namen Clement Czukiewyck. Damit bleibt für Reiter nur der undankbare fünfte Platz. Ein Ergebnis, mit welchem Trainer-Vater Josef „Pepi“ Reiter aber sehr zufrieden ist. „Die Starterfelder in Vise sind unglaublich groß und stark. Da gewinnst du vier Kämpfe und bist trotzdem nichts. Dort platziert zu sein, ist fast schwerer als beim Grand Slam in Paris“, so der Olympia-Bronzene von Los Angeles 1984.
Apropos Grand Slam in Paris: Dieser geht kommendes Wochenende über die Bühne. Vom UJZ Mühlviertel mit dabei ist Peter Scharinger (bis 73 kg), dessen Gewichtsklasse am Samstag auf dem Programm steht.
Georg Reiter ist dort nicht mit von der Partie. Er wird sich stattdessen für den fünften Platz bei den Belgian Open mit ein wenig Passiv-Sport belohnen: „Ich werde nach Hinterstoder fahren und mir den Ski-Weltcup anschauen.“
U20-Bronze für Kaiser
Während die Herren vergangenes Wochenende in Vise am Start waren, sind die Damen im ein paar 100 Kilometer entfernten Arlon (BEL) auf die Matte gestiegen. Bestechend konnte dabei vor allem
Nicole Kaiser (bis 48 kg).
Die Jugend-EM-Zweite holte in der nächst-höheren Altersklasse, den Junioren (U20), sensationell die Bronze-Medaille. Im entscheidenden Kampf legt die St. Martinerin die Französin Marlene Robert nach
gerade einmal 20 Sekunden Ippon auf das Kreuz. Überragt wurde die Konkurrenz von den Erfinderinnen des Judos. Die japanischen Damen heimsten fünf von sieben möglichen Titeln ein.
Reiters Kämpfe auf dem Weg zu Platz fünf:
1. Runde: Freilos
2. Runde: Reiter schlägt Patrick Gagne (CAN)
3. Runde: Reiter schlägt Franck Party (FRA)
Achtelfinale: Reiter schlägt Mattia Galbiatti (ITA)
Viertelfinale: Reiter unterliegt Kilian Le Blouch (FRA)
Trostrunde: Reiter schlägt Benar Baltisberger (SUI)
Trostrunde: Reiter schlägt Craig Fallon (GBR)
Kampf um Bronze: Reiter unterliegt Clement Czukiewyck (FRA)