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Pfarrkirchner Missionar P. Josef Straußberger verstorben

25 Jahre lebte er im Andenhochland Perus 500 km von der Hauptstadt entfernt und betreute zwei Pfarren der Quechua Indianer.


Am 8. September verstarb P. Josef Straußberger nach kurzem, schwerem Leiden im 61. Lebensjahr und wurde in seinem Heimatort Pfarrkirchen i. Mkr. bestattet.
PFARRKIRCHEN: Am 8. September verstarb P. Josef Straußberger nach kurzem, schwerem Leiden im 61. Lebensjahr und wurde in seinem Heimatort Pfarrkirchen i. Mkr. bestattet.

P. Straußberger war in seiner Heimat als engagierter Kämpfer für mehr soziale Gerechtigkeit und Entwicklung der ärmsten Gebiete vor allem Lateinamerikas bekannt. 25 Jahre lebte er im Andenhochland Perus 500 km von der Hauptstadt entfernt und betreute zwei Pfarren der Quechua Indianer, zusammen etwa 12.000 Menschen.

Der Hauptort Mato-Sucre liegt auf 2000 Meter Seehöhe. Mühselige und weite Wege zwischen den Dörfern in den Bergen hielten P. Straußberger nicht ab, möglichst viel Kontakt zu den Bewohnern zu halten. Er wollte mit den Menschen ihr bescheidenes, vom Mangel an Selbstverständlichem, von Entbehrung, Hunger und Ausbeutung der Arbeitskraft geplagtes Leben teilen. Er wollte sie ermutigen zu bleiben, immer wieder neu zu beginnen und die Hoffnung zu bewahren. Er kannte den Leidensweg derer, die von der Not getrieben, in die Städte wanderten und dort in den Slums verkamen. Bis ins Innerste tat es P. Straußberger weh, wenn er mit ansehen musste, wie mancher große Betrieb den Menschen Land, Wasser und Arbeitskraft entwendete, um seine Produkte billigst ins Ausland zu liefern. Er identifizierte sich so sehr mit den Menschen, dass es ihm immer schwerer fiel, bei seinen Heimaturlauben unsere Lebensart zu verstehen.

P. Straußberger musste recht mühselig aufbauen, was Pfarre und Gemeinde brauchten: ein paar Räume für einen Kindergarten, eine Hauptschule, ein Schülerheim für die Kinder der entlegenen Dörfer und eine einfache Bleibe für sich. Weil die Menschen dort fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben, die durch Trockenheit und Erdbeben gefährdet ist, bemühte er sich, einfache und zweckmäßigere Methoden zu entwickeln. Dabei kam ihm seine Erfahrung aus der Kindheit und Jugend im Pfarrkirchner Pfarrhof sehr zugute, wo seine Eltern die sehr bescheiden ausgestattete Landwirtschaft betrieben haben. P. Josef Straußberger wurde 1941 in Pfarrkirchen als zweites von fünf Geschwistern geboren. Seine Begabung brachte den Pfarrer Franz Wimmer dazu, ihn zum Studium auf das Kollegium Petrinum zu schicken. Anschließend begann P. Straußberger das Studium der Theologie im Priesterseminar in Linz und schloss es in London als Mitglied der Josefsmissionare von Mill Hill ab. 1966 wurde er in seinem Heimatort Pfarrkirchen zum Priester geweiht, arbeitete dann drei Jahre im Missionshaus Absam in Tirol, war ein Jahr Kooperator in Aspach und machte dann ab 1970 seine ersten Erfahrun-gen als Missionar in Kuching in Malaysia. 1974 begleitete er den krank gewordenen Bischof Karl Reiterer in seine Heimat Tirol und ging von dort weg in die Diözese Huaraz in Peru.

Im Jahre 2000 kam er als schwer kranker Mann zurück in seine Heimat Pfarrkirchen und erlag jetzt einem schweren Krebsleiden. Sein unbedingtes Eintreten für die Armen Lateinamerikas und seine unkomplizierter und gewinnender Umgang mit den Menschen werden immer in der Erinnerung mit ihm verbunden bleiben.

 

Quelle: Gemeinde Pfarrkirchen i.M. - Martin Leithner, erschienen am 11.9.2001
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