BEZIRKE. Seit September 2001 gibt es nun auch in Oberösterreich ein effektiveres Sammelsystem für alte Speiseöle und -fette. Die Idee für ÖLI, einem drei-Liter Kübel, stammt aus Tirol. Dort wird bereits seit einigen Jahren ein ähnliches System erfolgreich angewendet. Ist der Behälter voll, kann er in Altstoffsammelzentren und -inseln zurückgegeben werden. Zug um Zug bekommt man gegen Rückgabe eines vollen Kübels einen neuen.
Auch für Gastronomiebetriebe stehen geeignete Sammelbehälter - sie fassen 25 Liter - bereit. Derzeit werden in den 180 oberösterreichischen Altstoffsammelzentren rund 500 Tonnen Altspeiseöl und -fett jährlich aus Haushalten und Gewerbebetrieben abgegeben und einer Wiederverwertung zugeführt. Die Menge soll jedoch durch gezielte Werbung auf 1000 Tonnen gesteigert werden. Damit auch jeder Tropfen des zurückgebrachten Fetts verwertet werden kann, werden in einer vom OÖ. Landesabfallverwertungsunternehmen betriebenen Anlage in Wels die Ölis entleert, gewaschen und das gesammelte Fett und Öl aufbereitet. Die Anlage besteht aus Wärmekammer, Entleerstation, Kübelwaschanlage, Speiseölreinigung und Tanklager. Die Wärmekammer wird übrigens mit dem gesammelten Altholz beheizt. Das aufbereitete Altspeiseöl wird an österreichische Partnerbetriebe zur Biodieselherstellung weitergeleitet. Bei einer gesamtheitlichen Betrachtung ergibt dies ein mehrfaches, zukunftsweisendes Kreislaufwirtschaftssystem: Im Stoffkreislauf wird Altspeiseöl zu Biodiesel umgewandelt. Durch den Einsatz von erneuerbarer Energie wird der Energiekreislauf geschlossen und Mehrwegsammelkübel und ASZ-Sammeltransporte schließen den Logistikkreislauf.
Fünf Prozent trennen Müll nicht
Seit zehn Jahren gibt es nun den Bezirksabfallverband Rohrbach. Der Erfolg, den man mit den Mülltrennaktionen hat, liegt auf der Hand. Etwa 95 Prozent aller Haushalte im Bezirk Rohrbach führen eine fachgerechte Mülltrennung durch. Trotzdem liegt der Biomüllanteil im Haushaltsabfall immer noch bei 25 bis 30 Prozent. Erfreulicherweise wird die Menge der gesammelten Altstoffe von Jahr zu Jahr größer. Seit 1992 tätigte der BAV Rohrbach zahlreiche Investitionen wie etwa die Mobilen Altstoffsammelinseln oder auch Altstoffsammelzentren, von denen es derzeit acht im Bezirk gibt. Geplant sind aber zwei weitere in Haslach und Helfenberg.
ÖLI heißt das neue Altöl- und Altfettentsorgungsprogramm, das in Oberösterreich anläuft. Der Obmann des Bezirksabfallverbandes, Bgm. Ing. Josef L. Moser (links) und Verbandssekretär Ing. Alois Schaubmayr, präsentieren stolz die Sammelbehälter, die jederzeit beim Altstoffsammelzentrum abgegeben werden können. Ab Jänner werden dann keine anderen "Fettkübel" oder sonstigen Fettsammelbehältnisse mehr angenommen.