Von Martina Gahleitner
BEZIRKE. Laut jüngsten Berichten droht 25 Mühlviertler Postämtern das endgültige Aus, acht davon stehen im Bezirk Rohrbach. Doch noch immer hüllt sich die Österreichische Post AG in Schweigen, welche Ämter tatsächlich geschlossen werden. Zuerst wird noch mit den Bürgermeistern verhandelt.
Wie Oberösterreichs Regionalleiter Schalter, Karl Kohlhofer, verrät, sucht die Österreichische Post AG nun das Gespräch mit den rund 100 oberösterreichischen Gemeinden, deren Postämter nicht wirtschaftlich geführt werden können. Bei diesen Regionalkonferenzen sollen auch Alternativen gefunden werden, damit die Postservice-Dienste aufrecht erhalten bleiben können. In Frage kommen hier Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Trafiken oder Wirte. In den nächsten zwei bis drei Wochen, heißt es von Seiten der Post, sollen die Gespräche durchgeführt werden. Dann soll auch endlich Gewissheit herrschen. Eine der betroffenen Gemeinden ist St. Martin im Mühlkreis. Hier ist zwar nicht das Hauptpostamt gefährdet, aber jenes in Neuhaus. Bürgermeister Heinz Mittermayr: "Alles, was aufgelassen wird, ist schlecht. Aber bei objektiver Betrachtung und wenn man sieht, dass es kostenmäßig nicht zu halten ist, muss man diesen Schritt verstehen."
Anders sieht St. Johanns Ortschef, Albert Stürmer, diese Angelegenheit. Auch das Amt in seiner rund 1.000-Seelen-Gemeinde ist akut gefährdet. "Wir erhalten von der Post nur verwirrende Aussagen. Gemeindebund, Land und die Bürgermeister werden nur angelogen", kritisiert Stürmer das Vorgehen der Post AG. Vor wenigen Tagen kam es zu einem Treffen der Bürgermeister, deren Postämter von einer Schließung betroffen sein könnten, und hier zeigte sich gedrückte Stimmung. Ärger herrscht vor allem darüber, dass das Vorhaben, die Postdienste an Nahversorger weiterzuvermitteln, an die Gemeinden abgewälzt wird. "Es sind keine Zahlen bekannt, wie das Postamt gelaufen ist, wir wissen nicht, mit welcher Unterstützung wir rechnen können. Eigentlich haben wir von den Verantwortlichen nicht viel erfahren", so Stürmer. Für ihn hat es den Anschein, dass die Post nicht bereit ist, eine gute Lösung zu finden, denn sonst hätte es bereits viel früher Gespräche geben müssen. Im Bezirk Rohrbach sind die Postämter in Neuhaus, Obermühl, Niederkappel, Putzleinsdorf, Pfarrkirchen, Julbach, Schwarzenberg und St.Johann gefährdet, im Bezirk Urfahr jene in Waxenberg und Traberg.
Für die Zusteller wird sich auch nach der Schließung nicht viel ändern, verspricht Johann Pesendorfer, Regionalleiter Distribution: "Sie werden bei den nächsten größeren Postämtern untergebracht und müssen nur woanders wegfahren. Das Zustellungsgebiet bleibt jedoch gleich." Ob auch richtige Zustellbasen entstehen werden, ist noch immer nicht beschlossen, Pesendorfer: "Ich bin überzeugt, dass wir größere Einheiten mit einer gescheiten logistischen Anbindung brauchen, damit wir wirtschaftlicher und schneller werden. Eine Kleinlösung bringt wieder nichts." Die Briefträger würden dann von besseren Arbeitsbedingungen profitieren.