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Buchpräsentation in Kollerschlag

Prof.Winkler veröffentlicht mit dem Buch: Kriegsende und Besatzungszeit in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung ein zeitgeschichtliches Werk.


Prof. Fritz Winkler veröffentlicht mit dem Buch: “Kriegsende und Besatzungszeit in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung” ein zeitgeschichtliches Werk.
KOLLERSCHLAG: Der Name Kollerschlag ist mit seinen Ereignissen des Juliputsches 1934 in die österreichische Geschichte eingegangen und zwar mit dem “Kollerschager Dokument”.

Der Kollerschlager Professor Fritz Winkler hat sich im vorliegenden Buch die Aufgabe gestellt, die Bedeutung des Ortes im Zusammenhang mit dem Kriegsende zu beleuchten. In Hanging und Oberkappel haben am 30. April 1945 US-Truppen erstmals oberösterreichischen Boden betreten. Sie kämpften sich hierauf über die Bezirke Rohrbach und Urfahr an die Stadt Linz heran, die ihnen am 5. Mai in die Hände fiel. Anhand von US-Dokumenten und Chronikberichten versucht er diese Tatsachen zu belegen.

Den zweiten Teil, die Besatzungszeit von 1945 - 1955 widmet er den Opfern der russischen Unterdrückung. Winkler hat mehr als zehn Publikationen im Lauf der vergangenen Jahrzehnte veröffentlicht und wesentlich zur Gründung der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen. Er ist daher kein Hobbyhistoriker, sondern heimatkundlicher Erzähler. Er verzichtet auf “Fußnoten”, aber bleibt den Überlieferungen treu! Darum hat er auch sehr viele Zeitzeugen zu Wort kommen lassen, die den brutalen geschichtlichen Inhalt lesbar machen. Mehr als hundert Fotos und einige Skizzen illustrieren das Buch.

Das Buch ist ein Kollerschlager Produkt, denn geschrieben wurden die Texte von Elfriede Märzinger und gestaltet hat die Seiten ihr Mann. Der Verleger Franz Steinmaßl hat ebenfalls mitgewirkt und es seiner “Edition Geschichte der Heimat” einverleibt. Bei der Durchsicht wird dem Leser auffallen, dass auf lokaler Ebene noch viel aufgearbeitet werden könnte. Zeitzeugen sind aufgerufen, ihr Wissen aus dieser leidvollen Epoche mitzuteilen, ehe es in Vergessenheit gerät. Wer weiß heute noch, dass in den ersten fünf Besatzungsjahren mehr als 150 Morde im Mühlviertel geschehen sind. Sicher wenig im Vergleich zu den Morden in den Konzentrationslagern, aber zu viele, um vergessen zu werden.

In einem Europa, das zusammenwachsen will, dürfen alle Seiten, auch wir Mühlviertler, unsere Opfer angeben. Die Schuld an diesen Opfern wollen wir zwar nicht aufrechnen, aber auf keinen Fall vergessen oder gar verdrängen.

Zur Buchpräsentation am 1. März 2002, um 20 Uhr, ist Jung und Alt in den Veranstaltungssaal der Volksschule eingeladen. Prof. Winkler wird im Rahmen der Veranstaltung die Goldene Ehrennadel der Marktgemeinde Kollerschlag verliehen.

 

Quelle: Verein TOM-K Ignaz Märzinger, erschienen am 23.2.2002
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