PFARRKIRCHEN: So wie weitere 700 Postämter in Österreich war auch das Postamt 4141 Pfarrkirchen i.M. von den Schließungsplänen der Österreichischen Post AG betroffen. Am Mittwoch, 13. März 2002, war es dann soweit:
Postamtsleiterin Erna Ruckerbauer nahm die letzten Briefe entgegen,
leerte zum letzten Mal den Postkasten und schloss zum letzten Mal die
Tür des Postamtes ab. Bürgermeister Johann Moser und Amtsleiter Leopold Mairhofer verabschiedeten die Postamtsleiterin, die seit 1998 das Postamt leitete, und bedankten sich bei ihr für die gute Zusammenarbeit in diesen Jahren. Frau Ruckerbauer wird künftig am Postamt Lembach beschäftigt werden.
Die Schließung des Postamtes hatte sich schon seit längerer Zeit
abgezeichnet. Mit der Pensionierung der Postamtsleiterin Ida Amerstorfer im Herbst 1998 wurde das Postamt am 2. November 1998 als eigenständiges Postamt aufgelassen und in ein nichtselbständiges Postamt (Dienststelle des Postamtes 4142 Hofkirchen) umgewandelt. Mit diesem Datum wurde auch die Zustellung nach Hofkirchen verlegt. Das Postamt in Pfarrkirchen war seither nur mehr vormittags von 8.30 bis 12.00 Uhr und an Freitagen zusätzlich von 14.00 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Im vergangenen Jahr wurde die endgültige Schließung des Postamtes über
die Medien verkündet. Seither bemühten sich die Gemeinde und
Bürgermeister Moser intensiv, wenigstens einen Postpartner für
Pfarrkirchen zu finden. Mit Josef Meisinger, der in Pfarrkirchen ein
Schuhgeschäft und eine Trafik führt, hatte sich auch ein Postpartner
angeboten. Bei mehreren Verhandlungen mit Vertretern der Post wurde aber
die Weiterführung der Postgeschäfte durch einen Postpartner abgelehnt,
da die Umsätze weit unter der Deckungsbeitragsgrenze lagen. Auch die
Lotto-Toto-Annahmestelle wurde dem Schuhhaus aufgrund der ebenfalls
geringen Umsätze nicht übertragen.
Die Arbeit der Postmeisterin übernehmen nun verstärkt die Briefträger,
die im Zuge der Landannahme Briefsendungen und Einzahlungen
entgegennehmen. Was bleibt ist der Postkasten, der täglich um etwa 13
Uhr entleert wird. Was auch bleibt, ist die Postleitzahl "4141", die
weiterhin verwendet werden kann.
Chronik des Postamtes Pfarrkirchen:
1871 entstand das Postamt Pfarrkirchen und war zunächst im Haus
Pfarrkirchen 9 (Herold) untergebracht.
1914 übersiedelte das Postamt ins Haus 16 (Gasthaus Scherrer).
Nach dem 1. Weltkrieg wurde es im Haus Pfarrkirchen 4 (Stöckl)
eingerichtet.
Seit 1938 befindet es sich im Haus Pfarrkirchen 13 (Amtsgebäude).
1883 wurde der Postsparkassendienst eingeführt.
ab 1911 gabe es auch eine regelmäßige Zustellung im Außendienst.
1921 wurde auf dem Postamt der Fernsprechdienst mit Telegraphendienst
eingerichtet, 1937 der Fernsprechvermittlungsdienst.
ab 1976 ist Pfarrkirchen ein Postamt III. Klasse, 1. Stufe.
Seit 1986 ist an das Postamt auch eine Lotto-Toto-Annahmestelle
angeschlossen.