Nach der erfolgreichen Privatisierung des Wildparkes Altenfelden macht das Land Oberösterreich nun offenbar
auch mit dem Hochficht ernst: Ein Sprecher von Noch-Wirtschafts-Landesrat Dr. Christoph Leitl bestätigte vorige
Woche gegenüber dem BEZIRKSMAGAZIN, dass mit dem Präsidenten des Österreichischen Skiverbandes, Dr.
Peter Schröcksnadel, konkrete Gespräche über einen Einstieg in die Skilift-Gesellschaft geführt werden.
Von Bernhard Haudum
KLAFFER AM HOCHFICHT/ LINZ. Als Gerücht wurde ein möglicher Einstieg Schröcksnadels auf dem Hochficht schon
länger gehandelt, nun könnte dieser Schritt tatsächlich Realität werden. Kurz vor Weihnachten gab es im Büro von
Wirtschafts-Landesrat Dr. Christoph Leitl ein Treffen zwischen dem mächtigen ÖSV-Boss, dem Schlägler Abt Martin
Felhofer - das Stift Schlägl ist an der Liftgesellschaft zu 50 Prozent beteiligt - und Leitl, bei dem die Zukunft des Hochfichtes
diskutiert wurde. Dabei wurden Gespräche über einen Einstieg Schröcksnadels in die Skilift-GmbH. vereinbart, diese sollen
bereits im kommenden Jänner beginnen. Zur Diskussion steht eine völlige Neustrukturierung des heimischen
Top-Skigebietes, konkret ist von einem Investionsvolumen von ca. 60 Millionen Schilling die Rede. Damit soll nicht nur das
Angebot in Form neuer, moderner Lifte verbessert werden, auch die bereits oft diskutierte Anbindung von Schwarzenberg
mit einem eigenen Lift ist angeblich wieder ein Thema.
Wurzeralm und Hinterstoder als Vorbild
Als Vorbild für die von Leitl angepeilte Lösung für den Hochficht dienen die Skigebiete Wurzeralm und Hinterstoder, wo
Peter Schröcksnadel bereits als Teilhaber in den Liftgesellschaften sitzt. Dort wurde mit Investoren aus der Region eine
Regelung gefunden, die einerseits den langfristigen Bestand der Skigebiete sichert, andererseits aber auch den
geschäftlichen Interessen Schröcksnadels entgegen kommt. Dieser hat neben Kapital vor allem ein hohes Know-how zu
bieten, in Tirol ist er an zahlreichen Liftgesellschaften - darunter am Innsbrucker Patscherkofel - beteiligt.
Neue Chance auf Weltcup-Rennen
Sollte der Chef des Österreichischen Skiverbandes auf dem Hochficht tatsächlich das Zepter in die Hand nehmen, steigen
auch die Chancen auf das seit Jahrzehnten heiß begehrte Weltcuprennen wieder schlagartig: Schröcksnadel ist nämlich
nicht nur im ÖSV der große Macher, sondern hat auch im Welt-Skiverband FIS ein gewichtiges Wort mitzureden. Dort wird
die Vergabe von Weltcuprennen entschieden, ein positives Votum des einflussreichen Tirolers könnte die bisher
verschlossenen Türen in Richtung Weltcup zumindest mittelfristig öffnen.