Achtung: die ReSI Plattform wurde mit Ende 2018 geschlossen. Hier klicken fuer mehr Informationen.

    Diese Seite dient nur mehr als Archiv für die Beitraege die in den letzten 22 Jahren gesammelt wurden.


ReSI Regionales Informationssystem
 NACHRICHTEN

ReSI Startseite
Regionales
Vermischtes
Leute
Sport
Kino
Was ist los?
Wirtschaft

Umwelt

Meist Gelesen
Meist Kommentiert
Meist Bewertet

Alte und neue News
im Archiv suchen.

 SERVICES

Aktuelles Wetter
Livebilder

 VEREIN ReSI

Infos über ReSI

  WICHTIGE LINKS

Wirtschaft
Tourismus
Vereine
Kultur


Mediathek
Nachhaltigkeit

Mitfahrbörse
fahrgemeinsam.at

Regionales-Vermischtes
BLWS Schlägl: Österreichs erste Spezialschule

Ab 11. Oktober 2002 offiziell Fachschule für biologische Landwirtschaft in Schlägl


Die Fachschule für biologische Landwirtschaft in Schlägl
SCHLÄGL: Am 11. Oktober erfolgte der offizielle Startschuss durch Herrn Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer für die erste österreichische Fachschule für biologische Landwirtschaft.

Im Herbst dieses Jahres startete diese Spezialschule mit 2 ersten Jahrgängen (= 9. Schuljahr) mit 58 Schülern. Direktor DI Johann Mitterlehner ist mit seinem Lehrerteam überzeugt, dass die Spezialisierung der Schule Schlägl auf die biologische Landwirtschaft ganz wichtig ist.

Im Leitbild der Schule steht die Erhaltung der bäuerlichen Struktur. Unserer Meinung nach ist dies nur mit einer verbesserten Wertschöpfung am Bauernhof möglich und diese ist im Biobereich leichter durchführbar als in konventionell wirtschaftenden Betrieben. Gerade die EU-Osterweiterung zwingt uns dazu, nicht mit dem Weltmarktpreis mitzubieten. Es geht nicht darum, wie viel erzeugt wird, sondern darum, wie hoch die Wertschöpfung pro ha, pro Tier oder pro Betrieb ist.

Einige Säulen der neuen Schule möchte ich kurz zusammengefasst anführen:

  • Der Lehrinhalt orientiert sich an den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft. Handelsdüngereinsatz und chemischer Pflanzenschutz, die im biologischen Landbau verboten sind, werden nicht unterrichtet. Konventionell wirtschaftende Hofübernehmer können sich dieses sich rasch ändernde Spezialwissen in den Blockseminaren der 3. Klasse in anderen Schulen aneignen oder im Rahmen der Meisterausbildung z B. bei der Betriebsübernahme erwerben.
  • Der überwiegende Lehrstoff wird in Seminarform in zusammenhängenden Blöcken ganzheitlich unterrichtet. In der fertig ausgearbeiteten 1. Klasse werden von 37 Wochenstunden 17 laut Stundenplan unterrichtet und 20 Stunden pro Woche werden Blockstunden sein. Hier gibt es in der 1. Klasse 7 Blöcke, die die Lehrer von verschiedenen Gegenständen im Team ausarbeiten. Große Vorteile ergeben sich für die Schülerinnen und Schule durch diese neue Unterrichtsmethode:
  • Der Lehrstoff wird zusammenhängend ganzheitlich erkannt.
  • Projekte können zu aktuellen Anlässen leichter eingeplant werden.
  • Der Lehrstoff wird an den Jahresablauf angepasst: Lebensräume (z.B. aus der Sicht des Pflanzenbaues) können dadurch von April bis Juni unterrichtet werden.
  • Die ergänzende Praxis erfolgt zeitlich unmittelbar nach dem Theorieunterricht.
  • Die Lernzielüberprüfung erfolgt durch Klausuren, die im Team von mehreren Lehrern zusammengestellt korrigiert werden.
  • Die Kooperations- und Teamfähigkeit wird dadurch den Schülern vorgelebt.
  • Neue Gegenstände wie Kinesiologie, Kreativ Gestalten und Hauswirtschaft wurden eingeführt
  • In der neuen Spezialschule werden besonders auch zukünftige Biobäuerinnen angesprochen und auf die Führung des Biobetriebes vorbereitet.
  • Die Schüler und Schülerinnen leben, wohnen, arbeiten und lernen 2 Wochen während des Schuljahres auf einem Biobetrieb.
  • Ein bereits installierter Biobeirat bestehend aus Biobäuerinnen und –bauern, Verbandsfunktionären, Vertreter der Kontrollstellen, des Absolventenverbandes, Intereressensvertretung, Lehrern und des Direktors berät bei der Schulentwicklung und kontrolliert die Lernziele.
  • Das Lehrerteam wird durch Spezialisten aus den Verbänden und Bäuerinnen und Bauern erweitert.
  • Die Umstellung der Schulküche auf die Verarbeitung biologischer Lebensmittel ist durchgeführt.
  • Das gesamte Schulgebäude und das Schulareal ist Nichtraucherzone.
  • Kooperationsvereinbarung mit dem Betrieb Mandl in Minihof.

    Dieser Kooperationsvertrag ermöglicht gutes Praktikum aus vielen Bereichen für SchülerInnen und LehrerInnen:

    • Tierhaltung: Attraktive Alternativen Fütterung, Fütterungstechnik (Rationsabstimmung – Beteiligung der Schüler
    • Tierkomfort: Ausmisten, Sauberkeit, Enthornen, Aufzeichnungen, Brunst, Besamung Ordentliches Stallbuch + Aufzeichnungen Futtergewinnung, Beweidung Alternativen: z.B. Schafschur, Ferkelkastation, ...
    • Pflanzenbau; Bodenmanagement, intakte Böden + Fruchtfolge Versuche: Nur einfache Gegenüberstellungen (Düngung, Sorten, Saatstärke, .. Gute Aufzeichnungen, Kompostierung, Org. Dünger – Management Grünlandbewirtschaftung – Nachsaat, Ampfer Gumpensteiner Exaktversuch, Grünlandbonitierung
    • Obstbau: Obstverarbeitung, Obstverwertung (Most, Apfelsaft, Schnapsbrennen, ..) Schnitt, Veredeln Verarbeitung + Vermarktung: Produktverwendung in der Schulküche Fleischverarbeitung, Milchverarbeitung
    • Waldwirtschaft: Inventur, WWPlan, Bewirtschaftung, Aufforstung, Vermarktung
    • Betriebswirtschaft: Bewertung, Inventur, Kostenberechnungen, Deckungsbeiträge, Aufzeichnungen, Einfache und doppelte Buchführung, Förderungsoptimierung
Durch den großen Teamgeist ist es möglich, die allfälligen Probleme bei dieser Schulentwicklung in den Griff zu bekommen und zu lösen. Von sehr großer Bedeutung für die Umsetzung ist die Kooperation mit einem Biobetrieb. Hier laufen die Verhandlungen auf Hochtouren. Das Team der BLWS Schlägl ist überzeugt, dass durch diese Spezialisierung ein Meilenstein für die Ökologie gesetzt wurde und dem Leitbild der Schule entsprechend die Bedeutung kleiner, aber vielseitiger Strukturen untermauert wird.

 

Quelle: BLWS Schlägl, erschienen am 17.10.2002
Der Artikel wurde 1301 mal gelesen   


SCHLAGZEILEN

 

© Regionales Informationssystem www.ReSI.at, ZVR-Zahl: 555296147