Als einen Menschen, der "den Stress braucht und gut damit umgehen kann", beschreibt sich der nächste Ortschef unserer Serie "Bürgermeister im Gespräch". Kein Wunder: Erich Moser, Oberhaupt der Gemeinde Hofkirchen, hatte in 33 Jahren als Transportunternehmer genügend Zeit, dies zu lernen.
HOFKIRCHEN. Bereits seit 1988 steht Erich Moser der Gemeinde Hofkirchen vor. "Ich habe das Amt sehr unerwartet bekommen, durch eine Erkrankung meines Vorgängers", erzählt Moser im Gespräch mit dem BEZIRKSMAGAZIN. Zwar sei er bereits seit 1973 im Gemeinderat und bis 1979 als Ersatzgemeinderat tätig gewesen, "doch Bürgermeister zu werden,
habe ich nie erwartet". Für den heute 59-jährigen war die Übernahme dieses Amtes mit gewissen Startschwierigkeiten verbunden: "Nicht nur, dass ich rund um die Uhr im Einsatz war, auch ein totales Umdenken war notwendig. Als Unternehmer denkt und handelt man eben völlig anders." Doch hat Moser, der seit 1998 in Pension ist, auch so manch Positives aus seiner Zeit als Transportunternehmer mitgenommen: "Mir kann eigentlich nichts mehr so leicht über den Kopf wachsen - denn Stress hatte ich genug und kann damit auch ganz gut umgehen", betont er.
Bürgermeisteramt als Lebensschule
Befreit "von der Last des Unternehmertums", genießt es der VP-Politiker heute sehr, Oberhaupt von Hofkirchen zu sein:
"Dieses Amt hat mich auch sehr in meiner persönlichen Entwicklung geprägt. Ich bin ruhiger und etwas ausgeglichener geworden", beschreibt der fünffache Vater. Wichtig sei vor allem, zuhören zu können und jedes Anliegen der Bürger ernst zu nehmen. Denn auch zuhören habe er gelernt, wie selbst Gattin Rosemarie immer wieder feststelle.
Wie sehr ihm das Bürgermeisteramt Spaß macht, zeigt der Umstand, dass er sich wenig Zeit für Hobbys nimmt: "Als Obmann des Musikvereins - ich spiele Trompete - und Ortsstellenleiter des Roten Kreuzes, bleibt mir sowieso nicht allzuviel Zeit", nimmt es Moser eher gelassen. Eine kleine Leidenschaft ließ er sich dann doch entlocken: "Ich verrichte gerne Maurerarbeiten, dabei helfe ich jedem gern. Zuletzt beim Hausbau meines Sohnes. Dort habe ich fast den ganzen Rohbau aufgestellt", so Bürgermeister Erich Moser nicht ohne Stolz.