ST.MARTIN: Nach dem verheerenden Erdbeben in Algerien vom 21.Mai wurde von der auch an die Republik Österreich ein Hilfeansuchen gestellt.
In der Folge beauftragte der österr. Innenminister auch den
Landesfeuerwehrverband Oberösterreich ein Rettungs= und Bergeteam zu
entsenden.
Das Landesfeuerwehrkommando OÖ alarmierte am Freitag, 23. Mai um 15'30
Uhr die Mitglieder der 18.FuB Bereitschaft zu der auch Helmut Ratzenböck von der FF St.Martin/ Mkr. zählt.
Binnen 3 Stunden fanden sich 15 Mann abmarschbereit in Linz ein. Um
18'00 Uhr wurde die Einsatzgruppe unter dem Kommando von BR Lindner
zusammen mit ca. 2,5 Tonnen Spezialgerät nach Wien-Schwechat verlegt.
Dort übernahm Major Wieshofer vom Innenministerium das Kommando über das gesamte österreichische Kontingent bestehend aus Mitgliedern der
Rettungshundestaffeln von Rotem Kreuz, Samariterbund, Gendarmerie und
Polizei, einer Bergegruppe der Feuerwehr und Bergrettung Rankweil aus
Vorarlberg und uns, der 18.FuB Bereitschaft des oö Landesfeuerwehrkommandos.
Insgesamt bestand das Kontingent aus 36 Suchhunden und 87 Mann.
Auch der Rettungs= und Bergezug der ABC-Abwehrkompanie aus Kärnten stieß zu uns.
Mit einer Maschine der AUA flogen wir um ca. 23 Uhr von Wien ab und
landeten nach etwa 2 ½ Stunden Flug in der algerischen Hauptstadt Algier.
Im Morgengrauen erfolgte von dort weg der Abtransport unserer Einheit
zusammen mit der Rettungshundestaffel des Samariterbundes nach
Boumerdes, einer der vom Beben am schlimmsten betroffenen Städte, ca. 30 km östlich von Algier.
Hier übernahm unser Kontingent sofort eine Einsatzstelle, ein
Trümmerfeld von mehreren eingestürzten 3-4stöckigen Wohnhäusern, in dem noch 14 Personen als vermisst gelten. Nach einer positiven Meldung der Suchhundestaffel versuchte unsere Feuerwehreinheit mittels
Schallortungsgerät eine nähere Lokalisierung einer eventuell noch
lebenden eingeschlossenen Person. Mit allen uns zur Verfügung stehenden Geräten wurde das Vortreiben eines Rettungsweges durch die Trümmer durchgeführt, wobei unsere Arbeit durch hunderte von Zuschauern mehr behindert als unterstützt wurde.
Nachdem nach mehreren Stunden Arbeit bereits Sichtkontakt mit der
eingeschlossenen Person hergestellt worden war, ordnete der
Einsatzleiter den Abzug unserer Gruppe an, da nach 12 stündigem Einsatz und 36 Stunden ohne Schlaf alle Teammitglieder mit den Kräften am Ende waren. Eine in der Nähe in Bereitschaft stehende polnische Feuerwehreinheit übernahm die Einsatzstelle und konnte nach wenigen Stunden die Lebendbergung eines 12 jährigen Mädchens bekannt geben.
Am Morgen des nächsten Tages versuchten wir noch mit Unterstützung des
österreichischen Botschafters in 2 Gebirgsstädte vorzudringen. Dort war aber eine sinnvolle Hilfeleistung nicht mehr möglich und auch nicht mehr erwünscht, daher ordnete das österr. Innenministerium für Sonntag Nacht den Abmarsch und Heimflug an.
Um 7'15 früh rückte das oberösterreichische SAR- (Special Assistance
Rescue)- Team (so die internationale Bezeichnung) wieder im
Landesfeuerwehrkommando ein.