KOLLERSCHLAG. Am Mittwoch, 19. Jänner, fand das Begräbnis des völlig
unerwartet verstorbenen Pfarrers Konsistorialrat Karl Wohlschlager (75)
statt. Nachdem er noch im Juli vergangenen Jahres bei bester Gesundheit
sein "Goldenes Priesterjubiläum" gefeiert hatte, traf sein plötzlicher
Tod die Pfarrgemeinde jetzt wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Als er bei seiner letzten Messfeier am Sonntag, 2. Jänner ankündigte,
zum Zwecke einer Untersuchung für einige Tage ins Krankenhaus zu müssen,
rechnete wohl niemand damit, dass der überhaupt nicht kränklich
wirkende, allseits hochgeschätzte Seelsorger, seine Pfarre nicht mehr
lebend sehen würde.
Der Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Oberösterreich und
Ehrenbürger der Gemeinden Kollerschlag und Nebelberg trat am 1. Juli
1961 als Pfarrprovisor seinen Dienst in Kollerschlag an und war mit mehr
als 38 Jahren auch der weitaus längstdienende Seelsorger der Pfarre.
Die Totenmesse wurde von Bischof Maximilian Aichern und Dechant Dr.
Johannes Enichlmayer unter großer Anteilnahme der Pfarrbevölkerung
zelebriert. Für die feierliche Gestaltung der Messe sorgte der
Kirchenchor. Daneben erwiesen die Musikkapelle, die Goldhauben- und
Kopftuchgruppe, die Bürgergarde, die Feuerwehren, die Pfarrmitarbeiter,
Gemeinde-, Vereins- und Schulvertreter, und zahlreiche Priesterkollegen
dem Verstorbenen die letzte Ehre.
Bezeichnend für den hohen Stellenwert und die Wertschätzung die Pfarrer
Wohlschlager in der Pfarre genoss, konnte die Kirche die vielen
Trauergäste nicht mehr fassen und drohte beinahe aus allen Nähten zu
platzen. Aus diesem Grund wurde der Trauergottesdienst dann auch mittels
Videobeamer live in den Pfarrsaal übertragen.
Übereinstimmend sprachen Bischof Maximilian Aichern.
Pfarrgemeinderatsobmann-Stellvertreter Ignaz Märzinger, Bürgermeister
Josef Märzinger aus Nebelberg und Bürgermeister Franz Saxinger in ihren
Ansprachen dem verstorbenen Hirten Dank und Anerkennung für sein
segensreiches Wirken in der 2.100 Seelen zählenden Pfarrgemeinde aus.
Der Bischof ließ auch durchblicken, dass die Pfarre ab Herbst mit einem
neuen Seelsorger rechnen kann.