Nachdem Gerhard Jell Ende Oktober letzten Jahres seine Funktion als Bürgermeister von Oberkappel aus
gesundheitlichen Gründen zurücklegte, wird am kommenden Sonntag sein Nachfolger gewählt. Favorit bei diesem
Rennen um den Ortschef-Titel ist der ÖVP-Kandidat und bisherige Vizebürgermeister Adolf Aumüller, die
Hoffnungen der SPÖ ruhen auf Alois Lang.
OBERKAPPEL. "Die politischen Verhältnisse in Oberkappel sind relativ eindeutig", verweist Adolf Aumüller im Gespräch mit
dem BEZIRKSMAGAZIN auf die ÖVP-Mehrheit im Gemeinderat. Der 39-Jährige gilt als klarer Favorit für die bevorstehende
Bürgermeister-Direktwahl in Oberkappel. Seine Erwartungen? "Wünschenswert wäre natürlich ein ebenso deutliches
Ergebnis, das wäre eine gute Basis für die weitere Gemeindearbeit", so Aumüller, der bereits seit 1997 als
Vizebürgermeister aktiv ist. Generell ist für den dreifachen Familienvater und Unternehmer wichtig, dass "wir uns nicht
parteipolitisch auseinanderdividieren. Wir müssen alle an einem Strang ziehen." Größtes Anliegen des
ÖVP-Spitzenkandidaten ist - neben den anstehenden Projekten, wie Amtshaus- und Kanalbau und Volksschul-Erweiterung
in Mollmannsreith - der Stopp der Abwanderung: "Wir haben einfach zu wenig Arbeitsplätze und müssen deshalb vor allem
Klein- und Mittelbetriebe nach Oberkappel bringen." Auch neue Baugründe sollen die Mühlviertler Grenzgemeinde als
Wohngebiet attraktiver machen.
Würdiger Nachfolger für Gerhard Jell
Für Altbürgermeister Gerhard Jell, der sich jetzt ganz seiner Landwirtschaft widmet, ist Adolf Aumüller ein "tüchtiger Mann,
der bei den Leuten gut ankommt. In meinen Augen wäre es eine Sensation, wenn er nicht Bürgermeister würde", so Jell
weiter. Er wünscht seinem Nachfolger vor allem Unterstützung von Seiten des Gemeinderates und Akzeptanz bei der
Bevölkerung.
SPÖ schickt Alois Lang ins Rennen
Die Hoffnung der sozialdemokratischen Riege ruhen auf Alois Lang. Der 46-jährige Elektromaschinenbauer ist seit 1985,
seit der Gründung der sozialistischen Ortsgruppe, Mitglied des Gemeinderates und seither auch Fraktionsobmann. Er sieht
seine Chancen bei der Wahl am Sonntag eher realistisch: "Gemeinderatsmäßig halten wird derzeit bei 23 Prozent, alles was
darüber liegt, wäre für mich ein Erfolg." Er setzt sich insbesondere für die Schaffung von Arbeitsplätzen, auch auf
kommunaler Ebene, ein: "Wir haben soeben in der Gemeinde einen Arbeitsplatz nicht mehr nachbesetzt und das erste, das
ich in Angriff nehmen würde, ist hier wieder jemanden einzustellen", betont Lang. Außerdem möchte der Vater von vier
Töchtern das Interesse der Jugend an der Gemeindepolitik wecken und die Familienpolitik verbessern.
Gewählt wird am kommenden Sonntag, 20. Februar, ab 8 Uhr. In Oberkappel ist das Wahllokal bis 13 Uhr geöffnet, im
Wahlsprengel Mollmannsreith kann bis 12 Uhr gewählt werden. Das Ergebnis wird um etwa 15 Uhr feststehen.