Seit kurzem haben die Freiwillige Feuerwehr und die Helfer des Roten Kreuzes Hofkirchen ein gemeinsames Zuhause. Das neue Einsatzzentrum am Ortsrand von Hofkirchen punktet vor allem durch die gut durchdachte Planung, die moderne Ausstattung und die Synergieeffekte, die sich aus dem strategischen "Ehebund" ergeben.
HOFKIRCHEN. Im Juni 1998 wurde mit dem Bau des Einsatzzentrums begonnen. Auf dem 2.600 m2 großen Areal entstand ein Gebäude, dass zur Hälfte der Freiwilligen Feuerwehr und zur anderen Hälfte dem Roten Kreuz Hofkirchen gehört. Beide Bereiche haben ihren eigenen Eingang und sind gut sichtbar gekennzeichnet. Den Florianijüngern und den Helfern des
Roten Kreuzes steht nun, neben dem entsprechenden Platz, auch die nötige moderne Ausstattung zur Verfügung.
Moderne Einsatzzentrale für FF Hofkirchen
Ewald Mairhofer, Abschnittskommandant vom Abschnitt Lembach und Schriftführer der FF Hofkirchen: "Im neuen Einsatzzentrum haben wir moderne Garagen mit einer speziellen Abgasabsaugung, die heute noch nicht selbstverständlich ist." Neben einem Umkleideraum, dem Werkstättenbereich zur Schlauchreparatur und einer Schlauchwaschanlage mit
Schlauchturm, biete die "neue Heimat" außerdem eine moderne Einsatzzentrale mit Kommandoraum. "Besonders schön ist der 60m2 große Schulungsraum gelungen, den wir gemeinsam mit dem Roten Kreuz benützen", freut sich Mairhofer.
Die Feuerwehr Hofkirchen, deren Schwerpunkt bei den technischen Einsätzen liegt, verfügt über 50 aktive Mitglieder, 20 Reservisten und zwölf Jugendliche. "Seit kurzem dürfen wir auch zwei Damen zu unseren Mitgliedern zählen", erzählt Mairhofer und weiter: "Man muss dazu ehrlich sagen, dass sie mit einer solchen Begeisterung dabei sind, wie ich es mir für manchen Mann wünschen würde", bringt "der Feuerwehrer mit Leib und Seele" auch gleich leise Kritik an. Stolz ist er auf die Tatsache, dass die Mitfinanzierung des Einsatzzentrums - immerhin 11 Mio. Schilling - aus eigenen Mitteln erfolgte: "Unsere sämtlichen Ausgaben kommen aus den Einnahmen, die wir von Festen haben. Wir vermeiden es, sammeln zu gehen - jetzt
ist die Kasse aber natürlich leer."
Rotes Kreuz setzt auf Synergien
Sehr zufrieden mit dem neuen Einsatzzentrum zeigt sich auch Bezirksrettungskommandant Johannes Raab: "Das Zentrum in Hofkirchen hat sicher eine Vorbildfunktion. Das Rote Kreuz wird zukünftig versuchen, in vielen Orten durch Zusammenschlüsse Synergieeffekte zu erreichen." Denn das Rote Kreuz habe generell einen riesigen Nachholbedarf an
adäquaten Dienststellen. Wie dringend dieser besonders im Sanitätssprengel Hofkirchen, Pfarrkirchen, Oberkappl und Neustift war, zeigt die Tatsache, dass die RK-Ortsstelle fast 42 Jahre lang privat im Haus des hauptberuflichen Mitarbeiters
Richard Bauer untergebracht war. "Nach seiner Pensionierung mussten wir natürlich handeln", erzählt Raab. Einen besonderen Dank richtet er an die Gemeinden des Sanitätssprengels, die einen Teil der Kosten des Einsatzzentrums
mitfinanzierten: "Ich bin sehr froh, dass das Verständnis aufgebracht wurde, bei einem Projekt mitzuzahlen, das nicht in der eigenen Gemeinde realisiert wird."
Moderner Standard für RK-Ortsstelle
Mit den Kosten für das Einsatzzentrum, die für das Rote Kreuz bei 7 Millionen Schilling liegen, schuf man zwei Garagen für die beiden Einsatzfahrzeuge, einen schönen Gesellschaftsraum für die Mitarbeiter und mehrere Schlafräume. Die neue Kommandozentrale bietet natürlich modernsten technischen Standard. Geheizt wird in den Räumlichkeiten mit einer
umweltfreundlichen Hackschnitzelheizung. Von 2. bis 4. Juni 2000 wird der "Ehebund" zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz ganz offiziell geschlossen. Mit einer großen Eröffnungsfeier, einem Tag der offenen Tür und mit viel Prominenz wird das neue Einsatzzentrum dann seiner Bestimmung übergeben.