Seit Beginn des Jugendprojekts mit 1. August 1999 bis Mitte März 2000 hat die Projektleiterin Rita Schlagnitweit (Foto) in allen Gemeinden des Bezirkes Rohrbach insgesamt 37 Jugendgespräche durchgeführt.
Das Interesse und die Beteiligungen der Jugendlichen waren hervorragend. Über 1500 Jugendliche haben sich aktiv an diesen von der Jugendprojektleiterin moderierten Jugendgesprächen beteiligt.
Die wichtigsten Fragen, die den Jugendlichen gestellt wurden, waren:
Was gefällt ihnen bzw. was gefällt ihnen weniger an der Jugendarbeit in der Gemeinde?
Was fehlt ihnen noch an Jugendaktivitäten?
Was wäre, wenn sie selber Bürgermeister wären?
Was ist tatsächlich in der Jugendarbeit machbar und was ist den Jugendlichen am wichtigsten?
Was kann von den Jugendlichen selber beigetragen werden und welche Unterstützung benötigen sie von den Erwachsenen?
Die umfangreichen Ergebnisse dieser Gemeindejugendgespräche wurden durch die Projektleiterin der Bezirkshauptfrau Dr. Wilbirg Mitterlehner vorgestellt und man kann zurecht behaupten, dass dieses Projekt überaus erfolgreich im Bezirk Rohrbach läuft.
Dieses Jugendprojekt ist zwar eine Bezirksinitiative, die Umsetzung sowie der Hauptteil der Maßnahmen muss jedoch auf kommunaler Ebene bzw. gemeindeübergreifend realisiert werden. Dieses Projekt wird finanziert mit Mitteln des Landes Oberösterreich, Landesjugendreferat, und mit Beiträgen aller Gemeinden. Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung erhält das Projekt seitens des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie, weil es das erste Jugendmodellprojekt im Bundesland Oberösterreich ist.
Besonders interessant ist festzustellen, dass so manche Bürgermeister vor Durchführung dieser Gemeindejugendgespräche „befürchteten“, dass die Wünsche der Jugendlichen, wie z.B. Skaterplatz und sonstige Anlagen, sehr viel Geld kosten würden. Solche Projekte standen jedoch bei den Jugendlichen nicht an 1. Stelle der Wunschliste. Vielmehr waren dies Anliegen, wie mehr Zusammenhalt, gemeinsame Ausflüge, usw.
Jedoch an 1. Stelle stand in beinahe jeder Gemeinde der Wunsch nach einem Jugendtreff. In allen Gemeinden wurden bereits Vorhaben in Angriff genommen und in einigen sogar bereits durchgeführt. Teilweise wurde darüber bereits in den Medien schon berichtet.
Einige Ergebnisse aus den Gemeindejugendgesprächen, die bereits in der Umsetzungsphase sich befinden, können beispielshaft angeführt werden:
In der Gemeinde Auberg ist der Georgiritt bereits von den Jugendlichen fertiggeplant und auch organisiert.
In der Marktgemeinde Hofkirchen i.M. wird das Jugendtreff weiter ausgebaut.
In der Gemeinde Julbach wird gemeinsam mit der Nachbargemeinde Peilstein i.Mv. ein Tanzkurs abgehalten.
In der Gemeinde Niederwaldkirchen werden Räumlichkeiten im alten Lehrerwohnheim für Jugendliche zur Verfügung gestellt.
Die Jugendlichen der Marktgemeinde Oberkappel planen eine größere Jugendveranstaltung im Pfarrheim.
Die Marktgemeinde St. Peter a.Wbg. hat für Jugendliche den gewünschten „Kritikbriefkasten“ aufgestellt.
Die Gemeinde Schwarzenberg a.B. organisiert ein Jugendtreff.
Die Stadt Rohrbach hat bereits ein Jugendzentrum mit dem Alcatraz. Die Jugendlichen der Stadt Rohrbach lieferten wichtige Anregungen für ein im Sommer geplantes Bezirksjugendfestival in der Stadt Rohrbach.
Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl von Anregungen, die sich teilweise noch in der Diskussions- bzw. auch bereits in der Umsetzungsphase befinden.
Ziel dieser Gespräche mit den Jugendlichen sowie mit den Jugendverantwortlichen und Bürgermeistern war es, die Kommunikation zwischen Gemeinde und Jugendlichen neu anzuregen, das Vertrauen der Jugendlichen in die Gemeinde neu zu bestärken, und dies ist gelungen.
Dass natürlich die von den Jugendlichen am dringendsten geäußerten Wünsche auch von den Gemeinden zu realisieren sind, ist mit Sicherheit auch Anliegen der engagierten Jugendlichen. Dabei sind nicht nur die Gemeinden, sondern auch die Jugendlichen und ihr Selbstengagement sehr gefordert.
Seitens der Bürgermeister und der Gemeinden des Bezirkes Rohrbach ist ein hohes Maß an Engagement und Bereitschaft sichtbar, für die Kinder und Jugendlichen entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie sich in unserer Region wohl fühlen und von den für Jugendfragen Verantwortlichen in den Gemeinden auch entsprechend angesprochen fühlen.
Bereits nach den ersten Monaten dieses Projekt ist zu erwarten, dass dieses bezirksweite Jugendprojekt, welches noch bis 31. Juli 2002 läuft, eine nachhaltige Wirkung für die gesamte Jugendarbeit und für das Verständnis der Anliegen für Jugendliche im Bezirk Rohrbach zeigen wird.