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Gemeinsamer Stammtisch "Österreich-Bayern"


NEBELBERG. In den vier Ortschaften der Gemeinde (Heinrichsberg, Nebelberg, Stift am Grenzbach und Vordernebelberg) gibt es einen monatlichen Treffpunkt. Diese Frauenstammtische dienen nicht nur der Geselligkeit, sondern sie sind auch immer wieder Nährboden für gemeinnützige Ideen, die in der Gemeinde umgesetzt werden. So werden gemeinsame Ausflüge und Exkursionen unternommen oder die Frauen haben ein Herz für benachteiligte Mitmenschen.

Landessieg bei Dorf mit Herz

Zwei abgehaltene Weihnachtsmärkte konnten einen Reinerlös von 110.000,-- Schilling erzielen, welcher für behinderte Mitmenschen zur Verfügung gestellt wurde. Neu zugezogene Gemeindebürgerinnen haben die Möglichkeit, so schneller eingebunden zu werden und in die Gemeindegemeinschaft integriert zu werden. Bedingt vielfältiger Aktivitäten konnte Nebelberg im Jahre 1999 beim landesweiten Wettbewerb den Sieg für "Dorf mit Herz" erringen.

Freundschaft mit Bayern wiederbelebt

Ein Unikat ist der grenzüberschreitende Stammtisch mit den Nachbarn aus Messnerschlag. Einmal jährlich wird ein Treffen in Bayern und Österreich ausgerichtet. Dieser Stammtisch wird in gemütlicher Runde mit volkstümlicher Hausmusik und regionalen Schmankerln abgehalten. Bei diesen Treffen ist es auch den Männer gestattet, mit dabei zu sein. Solche Gelegenheiten werden gerne genützt, um Erinnerungen aus früheren Zeiten aufzufrischen. So wird erzählt, dass sich damals durch das "Schwärzen" (Schmuggeln) mancher Bauernknecht ein ansehnliches Zubrot verdient hat. Hier in Nebelberg war es manchmal eher eine Art spielerischer Wettkampf, der zwischen den Bewohnern und den Zöllnern ausgetragen wurde. Mit allen möglichen Tricks sollten die Zöllner hinters Licht geführt werden. Häufig gelang dies auch, denn die Zöllner oder "Asseher" - wie sie der Volksmund nannte -, stammten nicht aus dieser Gegend und waren deshalb nicht so ortskundig - ein Vorteil, den sich die Einheimischen zunutze machten.

Viele Erzählungen - wahre und weniger wahre - ranken sich um das Schmuggeln, auch Schwärzen genannt, wegen der schwarzen Farbe, die sich die Leute ins Gesicht schmierten, um sich unkenntlich zu machen. Interessante und oft lustige "Schwärzer-Geschichten" werden bei diesem internationalen Stammtisch gerne erzählt und so an die nächste Generation weitergegeben.

Fototext: Ortsbäuerin Elfriede Jungwirth aus Nebelberg (links im Bild) und Richtsfeld Franz aus Messnerschlag, besser bekannt als "Joglmann" (rechts im Bild), sind die Initiatoren für die bayerisch-österreichischen Stammtischtreffen und planen bereits mit ihren Freunden für das heurige Jahr.

 

Quelle: Heinrich Pfoser, erschienen am 6.4.2000
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