Für heftige Reaktionen sorgen die Aussagen von ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler, wonach im Zuge von
Einsparungsmaßnahmen die Schließung zahlreicher Nebenbahnen in Österreich überlegt wird. Davon betroffen
könnte auch die Mühlkreisbahn sein, eine endgültige Entscheidung wird für Ende April erwartet.
Von Volker Weihbold
BEZIRKE. In der letzten Aprilwoche findet ein Gespräch zwischen Draxler und Verkehrsminister Michael Schmid statt, bei
dem über die Pläne des ÖBB-Generals diskutiert werden soll. Dabei soll genau aufgelistet werden, welche Bahnen von der
geplanten Schließung betroffen sind, vor allem stark defizitäre Nebenbahnen sollen dem Rotstift zum Opfer fallen. Ebenfalls
geschlossen werden könnte im Zuge dessen ein Streckenbereich der Mühlkreisbahn. "Eher unwahrscheinlich", sagt dazu
ÖBB-Pressesprecher Johannes Ebert. Derzeit werde nur über eine generelle österreichweite Einsparung diskutiert, "das
kann man aber nicht auf alle Strecken runterbrechen", so Ebert. Genau festlegen möchte sich der ÖBB-Sprecher aber nicht,
genaue Ergebnisse würden erst nach dem Ministergespräch präsentiert werden. Dass die Mühlkreisbahn von den
Einsparungsplänen direkt betroffen sein könnte, glaubt er aber nicht: "1,3 Millionen Fahrgäste im Jahr sind ja immerhin kein
Klacks."
Heftig kritisiert wird das Vorhaben der Bundesbahnen auch von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer: "Es ist unerträglich,
dass die ÖBB nur ein Jahr nach Abschluss des Verkehrsdienstvertrages bereits wieder offen drohen, Nebenbahnen
einzustellen oder die Länder erneut zur Kasse bitten." Sollten diese Vorhaben tatsächlich realisiert werden, droht Pühringer
mit Sanktionen, die die ÖBB sicher treffen würden - die gesamten Finanzleistungen des Landes an die ÖBB würden dann
eingestellt werden. "Oberösterreich ist ein Land der Pendler, im ländlichen Raum haben die Leute ihren Arbeitsplatz oft nicht
im eigenen Ort", so Pühringer. Gerade deshalb sei ein ordentliches Nahverkehrsangebot unerlässlich.