Naturschutzbund, Grüne und WWF machen sich für die unbefristete Unterschutzstellung des Rannatals stark, ihrer Meinung nach reicht
die jetzt gültige Regelung mit einem vorerst auf zehn Jahre befristeten Naturschutzgebiet nicht aus. Mit einer neuen Studie im Rücken
treten die Umweltschützer zum großen Sturm auf die Rannaschlucht an, nach dem Motto "jetzt oder nie" wird sogar die EU-Kommission
mit der Thematik befasst.
In der betroffenen Region lassen die Bemühungen der Naturschützer die Bevölkerung weitgehend kalt, die Begeisterung für die jetzt
angepeilte Lösung hält sich in Grenzen. Nicht ganz zu unrecht: Für die Menschen rund um das Rannatal ist nämlich reichlich egal, mit
welchem Prädikat "ihr" Tal unter Schutz gestellt wird. Ob "Natura 2000" oder ein ganz "normales" Naturschutzgebiet - ein Großteil der
Bevölkerung steht hinter den Plänen für eine Unterschutzstellung, das Kraftwerksprojekt ist kein echtes Thema mehr. Worauf die
Bewohner in Neustift und Pfarrkirchen aber gerne verzichten können, sind gut gemeinte Zurufe von "Berufs-Grünen" aus dem
Zentralraum. Zurecht wehrt sich die Region gegen eine von oben verordnete ökologische Zwangsbeglückung, die an den Realitäten -
etwa den Notwendigkeiten der Landwirtschaft - vorbei geht. Gerade Basis-Demokraten wie die Grünen müssten wissen, dass gute
Lösungen nur gemeinsam mit der Bevölkerung zustande kommen können und das jetzt inszenierte Polit- und Mediengetöse nicht nur
kontraproduktiv, sondern auch völlig überflüssig ist.