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Peilsteiner Bauern helfen in Äthiopien

Mühlviertler Entwicklungshelfer von Dürre nicht betroffen

Neuigkeiten gibt es vom Peilsteiner Entwicklungshelfer Josef Neumüller, der in Gondar in Äthiopien tätig ist: Exklusiv für das BEZIRKSMAGAZIN berichtet er über die Hungersnot in dem afrikanischen Land und über ein Hilfsprojekt, an dem auch Bauern aus Peilstein beteiligt sind.

GONDAR/PEILSTEIN. Wahrscheinlich wird man auch bald im Östrreichischen Fernsehen über die arge Dürre in Äthiopien berichten. Im Ogaden, südöstlicher Landesteil, herrscht seit mehr als einem Jahr eine arge Dürre. Äthiopien ist das Land der großen Gegensätze und das par Excellence! Die Ogaden Region ist sehr schwer zugänglich, tiefe Schluchten trennen ein Plateau vom anderen. Steppenbrände wüten schon seit Wochen. Feuerwehrbrigaden aus der Republik Südafrika konnten diese Brände nur teilweise löschen. Die dort lebenden Halbnomaden verloren dadurch große Viehherden, die Existenzgrundlage ihres Daseins. An die 300.000 Menschen sind vom Tode bedroht. Wie immer bei solchen Naturkatastrophen sind es zuerst die kleinen und alten Mitglieder der Gesellschaft, die sterben müssen.

Internationale Hilfskette läuft an

Inzwischen wurde eine nationale Solidaritätskette gebildet, um den Menschen dort Erste Hilfe zu leisten. Mit Hubschraubern bringt man Lebensmittel in die unzugänglichen Gebiete. Unter den internationalen Hilfsorganisationen vor Ort entstand eine Solidaritätswelle. Die österreichische Entwicklungshilfe ist auch eingesprungen mit lokalen Budgetumwidmungen für diese armen leidtragenden Menschen.

Im Norden Äthiopiens können wir uns glücklich schätzen, weil inzwischen der Regen eingetroffen ist. "Der Himmel öffnet seine Schleusen" sagen die Leute.

Im Projekt laufen die Vorbereitung für die nächste Aussaat auf Hochtouren. Überall wird Hand angelegt, um das vom Projekt tonnenweise erzeugte Saatgut rechtzeitig unter die Bauern zu bringen. Bei diesen sporadischen Regenfällen ist alles eine Frage des Timing. Kein Tag darf verschlafen werden.

Futterrübensaatgut aus Peilstein

Peilsteiner Bauern haben unserem Projekt Futterrübensaatgut gespendet, das bereits in den Saatbeeten spriesst. Dieses kleinbäuerliche Produktionssystem braucht Innovationen in der Fruchtfolge. Eine direkte Projektsolidarität zwischen Peilsteinern und Gonderanern, die als solche absolut beispielgebend ist.

Viele Grüße an die Leser aus dem Land der großen Gegensätze sendet Josef Neumüller.

 

Quelle: Bezirksmagazin, erschienen am 2.5.2000
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