Gendarm und Bürgermeister - eine Kombination, wie man sie nur selten im Bezirk antrifft. Für Ernst Greiner, seit
1991 Ortsschef von Schwarzenberg und im Zivilberuf Gendarmeriebeamter in Peilstein, hat diese Verbindung fast
nur Vorteile. Schließlich "macht man als Bürgermeister oft Ähnliches wie bei der Gendarmerie".
SCHWARZENBERG. "Der Beruf als Gendarm war und ist sehr hilfreich, denn man lernt den Umgang mit Leuten und
bekommt eine große Menschenkenntnis", beschreibt Greiner. Überhaupt findet er viele Parallelen zwischen diesen beiden
Ämtern, denn Bürgern helfen und Streit schlichten müsse er in beiden Funktionen, erklärt er schmunzelnd.
Seit 1991 Bürgermeister der Grenzgemeinde
Seit 1991 leitet der vierfache Familienvater die Geschicke der Grenzgemeinde Schwar-zenberg, die unter seiner Führung
eine ganz besondere Note erhielt: 130 Skulpturen internationaler Künstler, die im Zuge des Projekts "Kunst des Urlaubs"
entstanden sind, prägen das Ortsbild der 740-Einwohner-Gemeinde auf einzigartige Weise. "Ich bin allem Neuen sehr
aufgeschlossen. Und Kunst und Kultur hat in Schwarzenberg bereits seit den 70er-Jahren einen großen Stellenwert", so
Greiner. Deshalb ist er auch besonders stolz darauf, dass "seine" Gemeinde heuer zum zweiten Mal für diese
Kunstförderung mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Die künstlerischen Projekte, die den Ort weithin bekannt gemacht
haben, möchte der 55-Jährige trotz der finanziellen Sorgen der Gemeinde unbedingt weiter betreuen. Der Wegfall der
Getränkesteuer und die somit noch schwierigere Situation der Gemeinden machen dem Ortsschef Kopfzerbrechen: "Die
ganze finanzielle Situation ist ein Trauerspiel. Wenn sich Gemeinden nicht einmal mehr Schneeräumungsfahrzeuge leisten
können, stimmt doch irgendetwas nicht mehr", kritisiert Greiner.
Abschalten kann der Vater von vier erwachsenen Kindern beim Kegelscheiben, Wandern und Fischen: "Für diese Hobbys
habe ich aber leider viel zu wenig Zeit", so Greiner. Kann er sich einmal zurückziehen, dann möchte er eine Kreuzfahrt
machen und sich die Welt fernab des Böhmerwaldes genauer anschauen.