KOLLERSCHLAG. Eine wirklich illustere Runde hatte sich da zusammengefunden, um bei der Veranstaltung "KIM - Kommunikation im Mühlviertel" bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "e-volution" die Chancen und Risiken der neuen Medien zu diskutieren.
Da war zum einen der Visionär Ing. Gerfried Stocker, seines Zeichens künstlerischer Leiter des Ars Electronica Center Linz. Gefolgt vom ehemaligen Sales Director von Microsoft Austria, Stephan van der Broeck. Der gebürtige Bayer war maßgeblich am Aufbau des Softwaregiganten in Österreich beteiligt und widmet sich seit Anfang des Jahres ganz der Landwirtschaft. Waren es noch vor gar nicht allzu langer Zeit Bits und Bytes, die ihn beschäftigten, so liegt ihm jetzt seine funktionierende Mutterkuhhaltung in Schwarzenberg am Herzen.
Von Seiten der Politik waren Landtagsabgeordnete Elisabeth Freundlinger und Bezirkshauptfrau Dr. Wilbirg Mitterlehner vertreten. Der Obmann des Telehauses St. Georgen, Landwirtschaftskammerrat Ing. Franz Reisecker, als Landwirtschaftsvertreter und Dr. Klaus Zerbs von der Wirtschaftskammer machten das Podium komplett. Durch das Programm führte ORF-Hörfunkmoderator Gernot Hörmann.
Tenor der Diskussion war zweifellos die vielen Chancen, die sich durch die neuen Medien vor allem für benachteiligte Regionen abseits der Ballungszentren ergeben. Jetzt gilt es, dass Unternehmer, Landwirte und Politiker das ungeheure Potential erkennen und auf den bereits fahrenden Zug aufspringen. Bezirkshauptfrau Dr. Mitterlehner forderte die anwesenden Firmenvertreter auf, Telearbeitsplätze zu schaffen und kündigte an, dieses Thema bei der nächsten Bürgermeisterkonferenz zur Sprache zu bringen.
Doch nicht nur Segen scheinen die neuen Informationstechnologien zu bringen. Kann etwa ein Chef in Linz seinem telearbeitenden Angestellen im fernen Kollerschlag so weit vertrauen, dass sich dieser - auch ohne unter seiner direkten Kontrolle zu stehen - für die Firma mächtig ins Zeug legt? Und verliert auf der anderen Seite nicht der Telearbeiter an seinem isolierten Arbeitsplatz alle zwischenmenschlichen Kontakte und driftet damit ins soziale Abseits?
Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung heißen die Schlagworte in diesem Zusammenhang. Der Verein "TOM-K" mit Obmann Ignaz Märzinger an der Spitze will Motor in diese Richtung sein und regionale Interessen bündeln. Die gute Zusammenarbeit mit dem überaus erfolgreichen regionalen Informationssystem "ReSI" ist übrigens ein weiterer Schritt zur Stärkung der Region.